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Energiearmut in Deutschland – jährlich rund 330.000 Stromsperren

Energiearmut in Deutschland – jährlich rund 330.000 Stromsperren

Morgens aufwachen, Licht an, Kaffeemaschine an und erst einmal eine heiße Dusche. Das Standardprogramm am Morgen ist für viele Menschen in Deutschland ein Wunschtraum. Im Jahresdurchschnitt gibt es in Deutschland über 6 Millionen Stromsperrungs-Androhungen. Und in 330.000 – meist Hartz-IV-Haushalten – geht mindestens einmal im Jahr das Licht aus.

Die Quote der von Armut bedrohten Menschen in Deutschland, so der Paritätische Wohlfahrtsverband, liegt bei 16,7 Prozent. Nicht viel besser sieht es bei der Sperrung von Gasanschlüssen aus: Im Durchschnitt sind 45.000 Haushalte pro Jahr davon betroffen.

Die Sperrung von Strom- und Gasanschlüssen ist eine Folge der wachsenden Armut in Deutschland. Dabei geht es nicht um riesige Beträge. Wenn eine Stromsperrung angedroht wird, wie das bei 6,2 Millionen Menschen im vergangenen Jahr geschehen ist, geht es dabei um eine Forderung der Grundversorger von durchschnittlich 119 Euro.

Wieder einmal muss man darauf hinweisen, dass die Erhöhung der Regelsätze zum 1. Januar 2017 die ständig steigenden Energiepreise nicht genügend berücksichtigt. Gerade in den Haushalten von Alleinerziehenden haben solche Sperrungen enorme Auswirkungen auf die Kinder. Die Energieversorgung ist ein grundlegendes Element der Daseinsvorsorge. Die ist aber durch die Rechtslage für hunderttausende von Menschen in Deutschland nicht gesichert. 

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