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Die Parallelgesellschaft: Hartz IV ist keine Randerscheinung

Die Parallelgesellschaft: Hartz IV ist keine Randerscheinung

Seit der Einführung der Agenda 2010, dem sogenannten Hartz IV, haben schon knapp 15 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal Hartz-IV-Leistungen beziehen müssen.  Das entspricht der Einwohnerzahl von Norwegen UND Österreich zusammen. Zehn Millionen (so viele Einwohner hat Schweden) davon zählen zu den Erwerbsunfähigen und knapp viereinhalb Millionen Hartz-IV-Bezieher (so viele Einwohner hat Neuseeland) waren Kinder unter 15 Jahren. Diese Zahlen stammen vom Bundessozialministerium.

Auch wenn es öffentlich gern anders dargestellt wird, die Zahl der Menschen, die erstmalig Hartz-IV-Leistungen beziehen müssen, steigt seit 2011 kontinuierlich an. Und die Zahl derer, die Hartz IV dauerhaft beziehen, sinkt kaum. Die Vermittlungsbemühungen der Arbeitsämter und Jobcenter werden angeblich immer weiter verstärkt – die Vermittlungen von Langzeitarbeitslosen klappen aber nicht wirklich. 

Das System Hartz IV bedarf einer dringenden Reform, besser noch der Abschaffung. Hartz IV, darüber sind sich fast alle Sozialverbände einig, ist politisch falsch und verkorkst. Allein die Höhe falscher Bescheide, die von vielen Sozial- und Rechtsverbänden oder Vereinen wie dem unseren, bearbeitet werden müssen, zeigt, dass hier etwas schief läuft. Deshalb sollten alle Hartz-IV-Empfänger wirklich jeden Bescheid prüfen lassen (HIER).

Hartz IV sei nicht wirklich sozial und alles andere als gerecht, so der Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung, Uwe Hoffmann: „Hartz IV hat sich zu einer Parallelgesellschaft entwickelt. Die Politik braucht Aufstocker im Dauerbezug mit permanenter Mindestlohnunterschreitung um den Lobbyisten aus der Wirtschaft ein Heer von Niedriglöhner zu bieten.“

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