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Wachstum, über das sich keiner freut: Altersarmut

Wachstum, über das sich keiner freut: Altersarmut

Die Zahl der Menschen in Deutschland, die von der sogenannten Altersarmut betroffen sind, steigt weiter an, so die Wirtschaftswoche. Im Jahr 2010 waren rund 4,9 Millionen Menschen im Alter von 55+ betroffen. Bei der letzten Erhebung des Europäischen Statistikamts EUROSTAT ist die Zahl auf 5,7 Millionen angestiegen (die Erhebung stammt aus dem Jahr 2015).

Wer ist nun arm im Alter? Die Definition von Altersarmut lautet: Wer mit einem Einkommen von weniger als 60 Prozent des Durchschnitts auskommen muss und sich normale Dinge des Alltags nicht leisten kann, gilt als arm. So gesehen ist in Deutschland jeder Fünfte von Armut und sozialer Ausgrenzung bedroht.

Der europäische Durchschnitt der Altersarmut liegt mit 20,7 Prozent leicht unter dem deutschen (20,8 Prozent). Das eigentlich schlimme ist der absehbare weitere Anstieg der Menschen, die in den kommenden Jahren von Altersarmut bedroht sein werden. Ausschlaggebend für diese Entwicklung sind die hohe Arbeitslosigkeit und die niedrigen Löhne. Für Frauen sind die Aussichten ebenfalls alles andere als rosig. Fast 7 Millionen Frauen bekommen schon jetzt weniger als 800 Euro Altersrente. Im Jahr 2015 war die Zahl derer, die zur gesetzlichen Rente Grundsicherung erhalten, noch relativ klein (512.000 Menschen). Doch die Zuwachsraten liegen bei knapp 50 Prozent. Im Osten Deutschlands wird im Jahr 2021 jeder zehnte Rentner auf Grundsicherung angewiesen sein.

In den kommenden Jahrzehnten wird ein Teil der 6 Millionen Hartz-IV-Bezieher in Rente gehen, oder gehen müssen. Daher befürchten viele Verbände einen gewaltigen Anstieg der Altersarmut in rund zwanzig Jahren. 

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