Jobvermittlern bleibt nicht genügend Zeit für Arbeitslosenbetreuung

Jobvermittlern bleibt nicht genügend Zeit für Arbeitslosenbetreuung

Eigentlich sollte die Hauptaufgabe von Jobcentern ja darin bestehen, arbeitslosen Menschen einen geeigneten Job zu vermitteln. Oftmals scheint jedoch die Zeit dafür zu fehlen. Da bei bestimmten Leistungen ein weiterer Mitarbeiter die Berechnung kontrollieren muss, bliebe für Hartz-IV-Empfänger, so die „Süddeutsche Zeitung“, entsprechend weniger Zeit. Vor allem da jetzt auch noch Stellen gestrichen wurden.

Zwar müsse seit Anfang 2016 ein einmalig anfallender Betrag von bis zu 500 Euro nicht mehr von einem zweiten Angestellten kontrolliert werden, für eine wesentliche Entlastung hätte dies jedoch nicht gesorgt. Zusätzlich seien befristete Stellen, die aufgrund dieser doppelten Kontrolle geschaffen wurden, weggefallen. Die für 2017 eingeplanten Stellen würde die Bundesregierung nun für „entbehrlich“ halten.

Ginge es nach den Personalräten der Jobcenter sähe die Sache anders aus. Diese verlangen laut „Süddeutscher Zeitung“ einen „personalen Ausgleich“. Die für die doppelten Kontrollen aufgewendete Zeit fehle nämlich an anderer Stelle. Ist mehr Arbeit vorhanden als von den Angestellten zu bewältigen ist, werden zwangsläufig Aufgaben vernachlässigt. Hier ist die Betreuung der Hartz-IV-Bezieher betroffen.

Neben den überlasteten Mitarbeitern sind also wieder einmal die Arbeitslosen die Leidtragenden. Nun könnte jemand auf die Idee kommen, die Kontrollen hinten anzustellen und die Betreuung in den Vordergrund zu rücken. Den Empfängern wäre damit aber nicht geholfen, da sie so Verzögerungen bei den Auszahlungen zu befürchten hätten. In der Regel benötigen sie die beantragten Gelder jedoch dringend. Die Jobcenter brauchen daher ganz klar zusätzliches Personal. Auf diese Weise würden zudem auch noch Arbeitsplätze geschaffen.

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