Bild: DSD/Spendenübergabe Tafel Torgau 03/16

Weihnachtstafel oder Weihnachten bei der Tafel?

Weihnachtstafel oder Weihnachten bei der Tafel?

Während die meisten Menschen sich auf eine festliche Weihnachtstafel mit Leckereien jeder Art freuen, werden andere ihre Weihnacht mit den gespendeten Lebensmitteln der Tafeln verbringen. In Deutschland gibt es davon rund 900, meist als gemeinnütziger Verein organisiert. Viele freiwillige Helferinnen und Helfer arbeiten Tag für Tag dafür, dass die Menschen versorgt werden können, die der Staat einfach vergisst. Und es werden immer mehr, denn zu den Tafeln kommen nicht nur die, die von Hartz IV leben müssen. Diese Gruppe macht mittlerweile „nur“ noch ein Drittel der Tafel-Kunden aus.

Überwiegend sind es Familien oder Alleinerziehende mit Kindern, die oft mehrmals pro Woche ihre Lebensmittel bei den Tafeln für wenig Geld kaufen. Auch die Gruppe der Rentner wird immer größer. Im bundesdeutschen Durchschnitt machen sie schon rund 10 Prozent aus – Tendenz steigend. Vor allem sind es die alleinstehenden Senioren, die den Verantwortlichen der Tafel-Vereine Sorgen bereiten. Nicht nur, dass ihnen kaum Geld zum existieren bleibt, sie sind auch noch sehr einsam. Deshalb nehmen sich viele Tafel-Mitarbeiter gerade für diese Menschen viel Zeit, reden mit ihnen oder hören ihnen einfach zu. 

Ohne es politisch werten zu wollen, muss man auch wissen, dass in manchen Tafeln rund 40 Prozent der Kunden Flüchtlinge und Asylbewerber sind, deren Versorgung sich manchmal wegen der Abneigung gegenüber bestimmter Lebensmittel schwierig gestaltet.

Ohne Engagement und Hilfe von außen wären die Tafeln gar nicht denkbar. Deshalb an dieser Stelle wieder einmal ein großes Dankeschön an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der vielen Vereine. Und vielleicht auch ein Anstoß für diejenigen, die einmal etwas Gutes in der Weihnachtszeit tun möchten. Wie und was man spenden kann, finden Sie HIER. Aber: Die Tafeln freuen sich auch über tatkräftige Unterstützung vor Ort. 

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