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Das Sterben der Arbeit: Grundeinkommen unausweichlich

Das Sterben der Arbeit: Grundeinkommen unausweichlich

In den kommenden acht Jahren werden in Deutschland weitere 1,5 Millionen traditionelle Arbeitsplätze verschwinden. Ersetzt werden sie von Computern und ein paar wenigen, die diese bedienen. Deshalb werde es höchste Zeit, so Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des Deutschen Schutzverbandes gegen Diskriminierung e. V. (DSD), ernsthaft über ein Grundeinkommen zu diskutieren.

Die Bundesagentur für Arbeit (BA) hat vorausgesagt, dass in den kommenden acht Jahren rund 1,5 Millionen traditionelle Arbeitsplätze verschwinden werden. Die BA spricht zwar davon, dass in etwa die gleiche Zahl von anspruchsvollen Computer-Jobs entstehen werde, was man aber anzweifeln kann. Der digitale Wandel in der Arbeitswelt fordere zwangsläufig ein Umdenken in der sozialen Absicherung, sagt Uwe Hoffmann vom DSD (www.gegendiskriminierung.de, www.mehr-hartz4.net): „Ein Grundeinkommen auf die ein oder andere Art ist für mich unausweichlich, denn rein menschliche Arbeit wird in Zukunft einen immer kleineren Teil der Produktivität ausmachen.“

Die Computer der Zukunft werden noch viele Jobs übernehmen, die heute von Menschenhand verrichtet werden. Schließlich kosten sie den Unternehmer keinen Lohn, arbeiten 24 Stunden an sieben Tagen und wollen auch keinen Urlaub. Im Jahr 2025 werden 45 Prozent der Produktionsarbeit von Robotern ausgeführt werden, so Analysten der Bank of America Merrill Lynch. Was dann mit den vielen Arbeitslosen passieren soll und wer sie finanzieren wird, ist eine Frage, die nicht nur Wirtschaftswissenschaftler, sondern auch Ethiker beschäftigt. „Der Sozialstaat der Zukunft muss umorganisiert werden“, sagt Hoffmann. Gleiches gelte für die Steuerprogression. „Wer deutlich mehr verdient, muss auch deutlich mehr für die Gesellschaft leisten, also bezahlen“, so Hoffmann.

Die Verwaltung, die umstrittenen Maßnahmen zur Weiterbildung und die Existenz sichernden Zahlungen an arbeitslose Menschen verschlingen schon heute Milliarden. „Und wenn die Produktionsarbeit überwiegend von Maschinen gemacht wird“, so Hoffmann, „werden wohl die Firmen, die noch ein paar Löhne bezahlen müssen in Länder umsiedeln, wo man Arbeit noch billiger bekommt.“ Das Zauberwort heißt also Qualifizierung. Aber nicht jeder Arbeitslose kann zu einem IT-Ingenieur ausgebildet werden. Und selbst wenn, so würde man die Meisten gar nicht brauchen.

Die Zeichen der Zeit sind deutlich: Immer mehr Menschen sind unzufrieden und radikalisieren sich. „Wenn es nicht gelingt, den Sozialstaat zu modernisieren und den Menschen, die nicht mehr in den Produktionsprozessen gebraucht werden, ein normales Überleben zu sichern, wird es zu noch mehr sozialen Unruhen kommen“, sagt Hoffmann. Deshalb hilft der DSD schon seit knapp neun Jahren, den willigen Menschen, die arbeiten wollen, die Existenz durch Überprüfung von Bescheiden und Abwendung von Sanktionen zu helfen. Kostenfrei versteht sich. 

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