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Viele Sanktionen treffen nur die „kleinen Fische“

Viele Sanktionen treffen nur die „kleinen Fische“

Wer glaubt, dass ausschließlich Hartz-IV-Kritiker gegen die Sanktionspraxis der Arbeitsagenturen und Jobcenter sind, irrt. Sogar das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), das zur Bundesarbeitsagentur gehört, spricht sich dafür aus, Sanktionsregeln zu entschärfen. Das Problem: Diejenigen, die ganz bewusst etwas verschweigen, verstecken – also mutwillig gegen das Regelwerk verstoßen, kommen sehr oft ungeschoren davon. Dagegen bleiben diejenigen, die sich mit den institutionellen Vorgaben nicht auskennen auf der Strecke.

Diese Studie belegt wieder einmal, dass die schwächsten Glieder in der Kette am meisten betroffen sind. Der Arbeitsmarktforscher Professor Stefan Sell von der FH Koblenz sagte: „Der Befund der neuen Forschung ist wirklich niederschmetternd.“

Aus den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) geht hervor, dass zwar die Zahl der erwerbsfähigen Hartz-IV-Bezieher zurückgehe, die Zahl der Sanktionen aber unverändert hoch bleibt. Dabei darf man nicht vergessen, dass die generelle Sanktionierung eines grundgesetzlich garantierten Existenzminimums. Ob man dieses Minimum tatsächlich kürzen darf, ist seit jeher umstritten und bis lang leider noch nicht höchstrichterlich geklärt.

Grundsätzlich gilt: Wer von einer Sanktion betroffen ist, sollte sich professionelle Hilfe holen. In sehr vielen Fällen wird eine Sanktion zurückgenommen, wenn man sich mit Hilfe eines Anwalts mit dem Jobcenter auseinandersetzt, statt wütig oder unflätig zu werden. Wir helfen Ihnen gern. Kostenlos und schnell. Hier geht es zur SOFORTHILFE.

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