Bild: GGB-Mntge (eigen)

Maßnahmen der Jobcenter vom Bundesrechnungshof gerügt

Maßnahmen der Jobcenter vom Bundesrechnungshof gerügt

Der Bundesrechnungshof hat rund 500 Fälle über arbeitsmarktpolitische Maßnahmen der Jobcenter untersucht. Sein Ergebnis: Die Förderprogramme sind oft nur zufällig erfolgreich, mit hohem finanziellem Aufwand verbunden, die dabei erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten oft nutzlos.

Bei 39 Prozent der Fälle seien die Ergebnisse der Maßnahmen noch nicht einmal dokumentiert worden; die Fachkräfte der Jobcenter hätten dabei die Vorgaben der Bundesagentur oder auch interne Weisungen einfach missachtet.

Der Prüfbericht, über den auch die Süddeutsche Zeitung berichtete, ergab, dass die Maßnahmen noch deutlich verbesserungswürdig seien. Kritik bei den Maßnahmen der Jobcenter wird immer wieder laut. Viele Sozialverbände werfen dabei den Jobcentern und den Bildungsträgern vor, man schiebe Gelder hin und her und würde die Menschen nur um der Zahlen willen in Maßnahmen stecken. Auch bei uns haben sich in der Vergangenheit Menschen gemeldet, die von einer ihnen verordneten Maßnahme keinerlei Ergebnisse mitnehmen hätten können. So sollen z. B. arbeitslos gewordene Bürofachkräfte einen Grundkurs in WORD besuchen. Auch die Existenzgründungskurse stehen sehr in der Kritik. Viele (wie z. B. die BILD-Zeitung) werfen den Gründungsberatern vor, sie würden dicke Prämien kassieren, wenn sich jemand nach seinem „Kurs“ selbständig macht. Deshalb würden auch völlig unsinnige Businesspläne als tragfähig bescheinigt.

Einer der wenigen Vorteile, wenn auch nur für die Statistik: Wer in einer Maßnahme steckt, gilt als nicht arbeitslos. 

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