Ausgerechnet an den Hilfebedürftigen spart der Bund

Ausgerechnet an den Hilfebedürftigen spart der Bund

Sparen – für die meisten Arbeitslosen im Hartz-IV-Bezug undenkbar, kamen sie jetzt doch damit in Berührung. Leider aber nicht in dem Sinne, dass sie selbst Geld für spätere Zeiten zurücklegen konnten. Vielmehr mussten sie erfahren, dass der Bund an ihnen spart. Wie nämlich beispielsweise „Focus Online“ mit Stützung auf einen Medienbericht ausführt, sanken die Fördergelder für Weiterqualifizierungen pro erwerbsfähigen Leistungsempfänger von 2011 bis 2015 von 964 auf 741 Euro.

Auch wenn diese Herabsetzung wahrscheinlich stufenweise und nicht von heute auf morgen erfolgt ist, ist sie dennoch unverständlich und so nicht hinnehmbar. So sollte doch das Ziel gelten, so viele Erwerbslose wie möglich in Arbeit zu bringen. Dazu benötigt es aber unter Umständen gute und sinnvolle Weiterqualifizierungen und die kosten nun einmal Geld, mehr als der Bund auszugeben bereit scheint. Außerdem spielt dabei auch der Faktor Zeit eine ganz wichtige Rolle. Sind die Empfänger nämlich erst einmal in die Langzeitarbeitslosigkeit gerutscht, wird es auch mit Förderungen immer schwieriger diese in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren.

Nicht nur, dass viele Arbeitssuchende auf diese Weise also nicht die notwendige Unterstützung erfahren, die angehäuften Ausgaben können letztlich viel höher sein. Schließlich besteht dann die Gefahr, dass die Bezugsdauer viel länger ausfällt als mit angemessener Hilfe. Womöglich kommen die Empfänger so auch gar nicht mehr aus dem Bezug heraus. Am Ende ist dann gar keinem geholfen und das nur, weil an falscher Stelle gespart wurde.

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