Auskünfte zu Sexualpartnern – Wer wird sich denn genieren?

Auskünfte zu Sexualpartnern – Wer wird sich denn genieren?

Immer wenn man glaubt, die Jobcenter könnten mit Ihrem Vorgehen nicht mehr schockieren oder überraschen, belehren sie erneut eines Besseren. Das Jobcenter Stade hat mit einem Fragebogen jedoch nicht nur einmal sondern gleich mehrfach den Bock abgeschossen. So verlangte es von einer schwangeren Hartz-IV-Empfängerin eine Aufschlüsselung bezüglich ihres Sexuallebens.

Die schwangere Frau sollte dabei die vollständigen Namen und die Geburtsdaten der als Vater in Betracht kommenden Männer auflisten. Wäre ihr das nicht möglich, sollte eine ausführliche und nachvollziehbare Begründung dafür erfolgen. Wie unter anderem Spiegel Online berichtet, soll die diesbezügliche Weigerung der Leistungsbezieherin zudem zur Einstellung der Hartz-IV-Zahlungen geführt haben.

Auch wenn der in den sozialen Netzwerken heiß diskutierte Fragebogen inzwischen vom Jobcenter als unzulässig deklariert wurde, so bleibt dennoch ein etwas übler Nachgeschmack. Die durch den Geschäftsführer des entsprechenden Jobcenters erfolgte Entschuldigung und dessen Entsetzen können daran schwer etwas ändern. Der Fragebogen hätte aufgrund seiner Fragwürdigkeit niemals erstellt, schon gar nicht aber versendet werden dürfen.

Irgendjemand muss ihn aber schließlich als angemessen betrachtet haben, sonst wäre er nicht bei der Hartz-IV-Empfängerin gelandet und ihr wären auch nicht die Leistungen entzogen worden. Hat also wirklich jemand ernsthaft angenommen, die Frau würde den Fragebogen ausfüllen oder sich zumindest nicht gegen ihn wehren? Ist der Glaube an die geschürte Angst vor Sanktionen wirklich schon so groß, dass diese Annahme zumindest teilweise gerechtfertigt ist? Hoffentlich nicht.

Sollten daher auch Sie fragwürdige Auskünfte an das Jobcenter erteilen müssen, zögern Sie nicht professionelle Unterstützung zu suchen. HIER können Sie diese auch von uns erhalten – gratis versteht sich.

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