Grundsicherung mit Hindernissen

Grundsicherung mit Hindernissen

Derzeit beziehen ca. sechs Millionen Menschen in Deutschland Hartz-IV. Dabei hat jeder die gleiche Chance einen Job zu finden - oder nicht?

Eine neue Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) beleuchtet die Vermittlungshemmnisse, die meist nur beiläufig erwähnt werden und denen viel zu wenig Beachtung geschenkt wird.

Die IAB Forscher sammelten die Daten von rund 5000 Hartz-IV-Empfängern im Alter von 15 - 64 Jahren. Darunter zählten Erwerbslose und Schüler, die bestenfalls einen 450-Euro-Job hatten. Das Ergebnis: Jeder Dritte schaffte innerhalb eines Jahres den Sprung ins Berufsleben. Doch für die meisten ist es schwierig, sobald ein Vermittlungshemmnis vorliegt. Viel zu selten wird diesen Beachtung geschenkt.

Die häufigsten Hürden sind: Das Alter, Gesundheitsprobleme, lange Arbeitslosigkeit und die damit verbundene Einstellung, mangelnde Deutschkenntnisse oder auch fehlende Schul- oder Berufsabschlüsse. Laut der Studie verringern sich die Aussichten bei Müttern mit erziehungspflichtigen Kindern um ein Drittel.

Wie oft diese Hindernisse auftauchen, wurde ebenfalls untersucht. In den Jahren 2014 und 2015 waren zwei Drittel der Hartz-IV-Empfänger von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen, d.h. sie waren mindestens 21 Monate in dieser Zeit auf Sozialleistungen angewiesen. Bei 45 Prozent liegt ein schlechter Gesundheitszustand vor und 40 Prozent besitzen keinen Berufsabschluss. Der Anteil von Müttern unter 18 Jahren liegt bei zwei Dritteln. Etwa 27 Prozent sind über 50 Jahre und bei 6 Prozent mangelt es an der fehlenden Sprachkenntnis. In den meisten Fällen treten pro Befragtem zwei oder sogar drei dieser Hindernisse auf.

Anstatt diese Menschen aufzugeben, lohnt es sich über Alternativen nachzudenken und diese zu fördern. Auch Vorurteile, z.B. gegenüber Älteren können abgeschafft werden.

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