Reformer planen die reformierte Reform zu reformieren

Reformer planen die reformierte Reform zu reformieren

Seit es Hartz IV gibt, wird über dieses System gestritten und debattiert. Klar ist: Hartz IV ist weder gerecht, noch sozial und wird auch langfristig die Probleme der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen können. Immer wieder müssen wir von „Vermittlungshemmnissen“ lesen; doch die Arbeit, die gebraucht würde, gibt es nicht mehr. Das traut sich nur keiner sagen. Arbeit, die angeboten wird, ist meist minderwertig, unterbezahlt, befristet und verhilft nur dem, der sie anbietet, zum Wohlstand.

Immer wieder steht eine Reform der schon reformierten Reform auf der Agenda verschiedener Verbände. Hartz IV sei perspektivlos, die Jobcenter hätten zu wenig Personal, man könne sich nicht um jeden kümmern und außerdem wollen viele auch gar nicht arbeiten. In den letzten Jahren hat man immer wieder viel ausprobiert. Arbeitslose Ingenieure müssen Kurse besuchen, in denen sie einen Papierwürfel basteln sollen – Eingliederungsmaßnahmen nennt man das. Kfz-Schlosser werden als Zeitarbeiter zum Schuhe verpacken geschickt und alleinerziehende Mütter bekommen aufstockende Leistungen, weil sie „nur“ 30 Stunden in der Woche zu einem Hungerlohn arbeiten können, da sie noch drei kleine Kinder versorgen müssen.

Dennoch verkünden Politiker und Medien mindestens einmal im Jahr, dass die Wirtschaft gut sei, die Arbeitslosigkeit zurückgehe und das Lohnniveau steige. Ach ja – und die Armut steigt auch. Das wird aber nicht so gerne gesagt. Was also kann man tun, wenn man nicht zu den Jammerern oder den Versprechern gehören will? Für Politiker ist es einfach. Wenn etwas verändert wurde, das sich nicht bewährt, wird eine Reform gefordert. Und wenn die Reform nicht gut war, wird sie reformiert. Aber wirklich geändert wird wenig.

Deshalb wie immer unser Appell: Lassen Sie wenigstens alle Bescheide, aber auch Sanktionen prüfen. Es geht um ihr Geld. Und dass nicht alle wirklich das bekommen, was ihnen zusteht, kann man auch Tag für Tag in den Medien lesen. Auch bei uns. Wir helfen Ihnen kostenlos. 

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