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Kaum vorstellbar: BILD unterbietet ihr eigenes Niveau

Kaum vorstellbar: BILD unterbietet ihr eigenes Niveau

Die BILD-Zeitung hat gestern wieder einmal gezeigt, wo sie politisch steht und wie sie Schlagzeilen produziert. „Mehr Hartz IV für Kneipenbesuche“, so der Titel eines kleinen Artikels unter dem dann stand:  „Geld vom Staat zum Saufen? Der Paritätische Wohlfahrtsverband fordert mehr Hartz IV für Alkohol“. Damit hat es die BILD wieder einmal geschafft, ihr eigenes, nicht vorhandenes Niveau, zu unterbieten.

Wer im Deutschunterricht gut aufgepasst hat, weiß, wie man einen Sachverhalt durch Worte werten kann. Eine neutrale Schlagzeile, wie z. B. „19-jähriger bei Unfall getötet“ kann ganz einfach gewertet werden, wenn man schreibt: „Schon wieder 19-jähriger bei Unfall getötet“. Damit unterstellt man faktisch, dass junge Menschen rasen; mit solchen Wertungen kann man also Meinung machen. Mit der oben genannten Überschrift unterstellt die BILD, dass alle Hartz-IV-Empfänger faul sind und eigentlich nur rauchen und saufen wollen. Eine Frechheit? Ja auch. Aber auch hauptsächlich eine bewusst falsche Darstellung. Denn bei der geringen Hartz-IV-Erhöhung ab Januar 2017 geht es um die soziale Teilhabe. Nicht um Gruppenbesäufnisse. Für BILD-Redakteure scheint soziale Teilhabe aber ausschließlich aus Kneipen- oder Festzeltbesuchen zu bestehen. Kultur auf bayerisch: Oans, Zwoa, Gsuffa.  

Dass solche Meldungen unter anderem von der konservativen „Münchner Illustrierten“, dem Focus, aufgenommen werden, ist klar. BILD, Focus und alle anderen, die sich der Meinungsmache aus der untersten Journalistenschublade bedienen, diffamieren somit alle Menschen, die tagtäglich um ihre Existenz bangen müssen; alleinerziehende Mütter, die trotz Arbeit aufstocken müssen und alle anderen, die unverschuldet in diese Abhängigkeit geraten sind.

Und dieser Artikel? Ist der nicht auch wertend? Beziehungsweise abwertend gegenüber den genannten Medien? Ja. Ist er. Soll er auch sein. 

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