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Deutschlands arme Kinder – rund 2 Millionen leben in Armut

Deutschlands arme Kinder – rund 2 Millionen leben in Armut

Es ist ein leidiges Thema, das wissen wir. Aber trotz des angeblichen Wirtschaftsaufschwungs steigt die Zahl der jungen Menschen, deren Familien von Sozialleistungen leben, Jahr für Jahr an. Im Jahr 2011 lag die Quote von den unter 18-jährigen, die in Hartz-IV-Haushalten leben in den alten Bundesländern bei 12,4 Prozent, im Jahr 2015 bei 13,2. In den neuen Bundesländern ist die Quote zwar um 2,4 Prozent gesunken, liegt aber momentan bei 21,6 Prozent.

Die Zahlen sind kalt und können deshalb kaum ausdrücken, was sich tatsächlich hinter ihnen verbirgt. Dennoch müssen wir uns ihrer bedienen. In Deutschland leben zurzeit mindestens 2 Millionen Kinder in Armut. Im Durchschnitt sind ihre Eltern mehr als drei Jahre auf Grundsicherung angewiesen. Generell gilt: Je mehr Kinder in der Familie sind, desto höher ist das Armutsrisiko. Das betrifft vor allem das Leben in der Stadt – in den ländlichen Regionen sieht es ein bisschen besser aus, wenn man in diesem Zusammenhang das Wort „besser“ überhaupt benutzen sollte.

In der Armutsstatistik der unter 18-jährigen spiegelt sich in gewisser Weise die gesamtdeutsche Wirtschaftslage. So kann man feststellen, dass es in wirtschaftlich schwächeren Gebieten mehr arme Kinder gibt. Das Nord-Süd-Gefälle zeigt: 40,5 Prozent der Kinder in Bremerhaven gelten als Arm, in  Bayern 6,8 Prozent. Man sieht also, dass Bemühungen, die Kinderarmut direkt zu bekämpfen (Kindergrundsicherung, Verbesserung der Betreuung, Investitionen in Bildung usw.) zwar löblich sind, jedoch ohne den wirtschaftlichen Aufschwung in den jeweiligen Regionen nicht viel ausrichten können. Dass aber gerade in wirtschaftlich schwachen Gebieten die Mieten recht günstig sind, und sich dort mehr Hartz-IV-Empfänger das Leben und Wohnen „leisten“ können, ist logisch. 

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