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Langzeitarbeitslos: Einmal dabei, immer dabei

Langzeitarbeitslos: Einmal dabei, immer dabei

Dass in Deutschland gute Jobs rar sind, weiß man. Dass es in Deutschland viele Jobs geben würde, wenn Arbeitgeber und Kunden gleichermaßen bereit wären, ordentlich dafür zu bezahlen, auch. „Hätte, hätte, Fahrradkette“. Der Arbeitsmarkt ist und bleibt schlecht, egal, wie die Politik und manche Medien darüber berichten. Ende Juli verkündete Arbeitsamtschef Weise, dass sich der Arbeitsmarkt gut entwickelt hätte, dass die Erwerbslosenzahlen aber leicht angestiegen sind.

Im vergangenen Jahr wechselten 54 Prozent aller Langzeitarbeitslosen, die nicht mehr als arbeitslos erfasst wurden (vor allem wegen Arbeitsunfähigkeit) in die Nichterwerbstätigkeit; 36 Prozent gelten als erwerbsunfähig und elf Prozent wurden gestrichen, da sie nicht verfügbar sind, oder es an ihrer Mitwirkung mangelte. Diese Zahlen, die von der Bundesagentur für Arbeit stammen, hat die Mediengruppe Funke ausgewertet. Lediglich jeder siebte Langzeitarbeitslose in Deutschland hat im vergangenen Jahr eine Stelle auf dem Arbeitsmarkt gefunden.

Seit dem Jahr 2011 hat die Zahl der Langzeitarbeitslosen – trotz des „Aufschwungs“ und der guten Konjunktur um lediglich 2,7 Prozent abgenommen. Unter dem Strich also kaum Veränderungen trotz oder wegen der vielen „Verbesserungen“ und „Änderungen“. Was bleibt ist das traurige Fazit: Wer einmal als Langzeitarbeitsloser gilt, bleibt das mit einer Wahrscheinlichkeit von 87!!! Prozent auch. Für jeden Betroffenen, der sich das klar macht, ist es um so schwerer nicht depressiv zu werden. Vielmehr sollte man sich mit allen Mitteln wehren, jeden Bescheid prüfen lassen (bei uns kostenlos) und ständig im Jobcenter nachfragen, welche neue Stellenangebote der Berater denn herausgesucht hat. 

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