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„Ne, bitte nicht schon wieder Kinderarmut … ich kann’s nicht mehr hören“

„Ne, bitte nicht schon wieder Kinderarmut … ich kann’s nicht mehr hören“

An das Thema Kinderarmut in Deutschland hat man sich gewöhnt. Ja, es gibt sie. Fürchterlich so was … Themenwechsel.

Schon vor zwei Jahren hat die Bertelsmann-Stiftung auf den Zusammenhang zwischen Kinderarmut und der steigenden Zahl der Alleinerziehenden in Deutschland hingewiesen. Im internationalen Vergleich stehen wir noch „gut“ da: Von 41 EU-Staaten und OECD-Ländern liegen wir in Sachen Kinderarmut an 14. Stelle. In Sachen Bruttoinlandsprodukt in der EU an erster.

Das heißt also nicht, dass es in wirtschaftlich gut gestellten Ländern weniger arme Kinder gibt. Das Gegenteil ist der Fall, denn Armut wird bei uns so definiert: Eine Familie ist arm, wenn ihr verfügbares Einkommen 60 Prozent des mittleren Einkommens unterschreitet. Wenn die Besserverdiener also mehr verdienen – und das geschieht jedes Jahr – und die Geringverdiener das gleiche Einkommen haben, dann verschiebt sich das mittlere Einkommen nach oben. Statistisch gesehen kommen nun neue Arme dazu. Gestern reich, heute arm? Nein, so einfach ist das nicht. Denn die Zahlenspielereien sind realitätsfremd.

Wer dauerhaft unter diesen 60 Prozent verdient, hat nicht nur weniger Geld, sondern damit auch weniger Chancen und zum Teil auch weniger Gesundheit im Leben. Gerade diese Kinder können dann oft kein erfülltes und erfüllendes Leben führen. Sie haben zuhause kein eigenes Kinderzimmer, kommen oft hungrig in die Schule und tragen keine Markenklamotten. Nicht schlimm sagen Sie? Dann gehören Sie zu denen, die sich das leisten können. Die Kinder aber leiden unter dieser Abwertung. Punkt!

Übrigens stehen Alleinerziehende trotz der erhöhten Freibeträge steuerlich noch immer schlechter da, als Paare mit Kindern. Weiter Probleme sind oft zu kurze Kita-Öffnungszeiten und zu wenig Flexibilität der Arbeitgeber. Gerade für die große Zahl der Hartz-IV-Empfänger und/oder Aufstocker ist also die regelmäßige Prüfung von Bescheiden über Sozialleistungen ein Muss. Wenigstens hier sollte man die Fehler, die leider immer noch sehr häufig in den Bescheiden stecken, beheben lassen und damit das bekommen, was einem tatsächlich zusteht.

Wir helfen Ihnen dabei kostenlos. 

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