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Wer Hartz-IV bezieht, kann sich kein „bio“ leisten

Wer Hartz-IV bezieht, kann sich kein „bio“ leisten

Manche politischen Ideen sind grundsätzlich nicht schlecht; zeigen sich dann aber in der Umsetzung als unpraktikabel. So hat der Grünen-Abgeordnete Anton Hofreiter gefordert, Hartz-IV-Beziehern im Monat 16 Euro mehr zu zugestehen, damit sie sich Bio-Lebensmittel leisten können. Vom aktuellen Regelsatz von 404 Euro entfallen 142 Euro auf Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke.

Aber auch 158 Euro würden nicht ausreichen, dass eine erwachsene alleinstehende Person ihren Einkauf auf „bio“ umstellen könnte. Diese zeigt eine Rechnung der Frankfurter Allgemeinen.  Der Vergleich bei einem günstigen Lebensmitteldiscounter zeigt, dass die meisten Bio-Lebensmittel im Durchschnitt mehr als 10 Prozent teurer sind. Nicht einbezogen in diese Rechnung sind Obst und Gemüse, da deren Preise saisonal stark schwanken. Noch viel gravierender wäre dieser Vergleich, wenn man seine Bio-Produkte in einem Bio-Laden oder dem Direkterzeuger um die Ecke kaufen würde.

Wer Hartz-IV oder Sozialhilfe bekommt verfolgt aber zunächst das primäre Ziel der Existenzsicherung. Und da wird man keine 200 g Käse-Variation mit Biosiegel für 2,99 Euro kaufen, wenn es den Discounter-Käse-Aufschnitt für 79 Cent gibt. Übrigens lohnt sich gerade für Geringverdiener das Selbstmachen. Eine selbstgemachte Tomaten-Mozzarella-Pizza kostet zum Beispiel 1,33 Euro. Die Fertigvariante des preiswertesten Anbieters 1,59 Euro. 

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