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Qualifiziert und ausgenutzt: Die Aufstocker

Qualifiziert und ausgenutzt: Die Aufstocker

Mehr als die Hälfte aller Hartz-IV-Aufstocker, die in sozialversicherungspflichtigen Jobs arbeiten, haben eine abgeschlossene Berufsausbildung und arbeiten als Fachkräfte. Das geht aus Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervor.

Vier Prozent arbeiten in gehobenen Experten- oder Spezialistenpositionen, so der FOCUS, 44 Prozent in Helferpositionen. Durch diese Zahlen wird wieder einmal deutlich, dass Aufstocken kein Problem minderer Qualifikation ist. Betroffen sind gut ausgebildete Menschen, die z. B. gezwungen sind, Teilzeit zu arbeiten, vor allem alleinerziehende Mütter.

Wie aus den Zahlen ebenfalls deutlich wird, hatte die Einführung des Mindestlohns auf das Aufstockungsmodell nur geringen Einfluss: Die Zahl der Aufstocker (rund eine Million) ging nur um 50.000 zurück.

Die meisten Aufstocker arbeiten im Lebensmittel- und Gastgewerbe, in der Logistik (je 15 %), im Einzelhandel und im Reinigungswesen (je 14 %). In diesen Branchen gibt es viele Aufstocker, die liebend gern Vollzeit arbeiten würden. Doch viele der Aufstocker sind über Leih- und Zeitarbeitsfirmen angestellt. Deren Interesse, dass ihre „Kunden“ vom Betrieb selbst übernommen werden, ist gleich Null. Schließlich sind auch Aufstocker eine „gute Ware“ mit der andere gutes Geld verdienen.

 

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