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Kann man durch Ein-Euro-Jobs auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen?

Kann man durch Ein-Euro-Jobs auf dem Arbeitsmarkt Fuß fassen?

Die Antwort: Nein. Und hier könnte dieser Artikel auch schon einfach aufhören. Denn auch die Bundesagentur für Arbeit glaubt mit diesen Maßnahmen den Langzeitarbeitslosen dauerhaft helfen zu können; die Realität ist in dieser Hinsicht ungläubig. In Wahrheit sind Ein-Euro-Jobs Trumpfkarten im Spiel um noch längere Arbeitszeiten und noch schlechtere Löhne.

Statt Hartz-IV-Empfänger langfristig in Arbeit zu bringen, vernichten Ein-Euro-Jobs „echte“, also reale Arbeitsplätze. Beispiel: Alten- und Krankenpflege. In diesen Bereichen wird immer mehr privatisiert. Weniger Mitarbeiter, die am besten noch länger arbeiten und dabei noch weniger verdienen sollen. Ähnliches gilt für Maurer, Schlosser, Tischler. Alles Berufe, die – gerade von größeren Betrieben – durch Leiharbeiter ersetzt werden.

Sogar der Bundesrechnungshof spricht sich gegen die Förderung von Ein-Euro-Jobs aus, da diese Tätigkeiten in den seltensten Fällen im Interesse der Allgemeinheit und schon gar nicht außerhalb der Konkurrenz zu anderen Unternehmen stehen.

Tatsächlich gibt es nur zwei Vorteile: Für die Jobcenter gelten die Ein-Euro-Jobber nicht mehr als arbeitslos und für Unternehmen, aber auch Kommunen, bedeuten sie weniger Personalkosten, bzw. mehr Gewinn. Und welche Wahl bleibt den Betroffenen? Mitmachen oder sanktioniert werden. So einfach ist das System. Mit gehangen, mitgefangen.

Deshalb weisen wir immer wieder darauf hin, sich nicht kampflos diesem Teufelskreis zu ergeben. Lassen Sie alle Möglichkeiten, alle Sanktionen und alle Bescheide prüfen. Denn noch immer steckt in jedem zweiten Bescheid ein Fehler, der bares Geld kostet. Wir helfen Ihnen. Kostenlos. 

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