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Trinkgeld bei Hartz IV: Anrechnung ist unzulässig

Trinkgeld bei Hartz IV: Anrechnung ist unzulässig

Wenn ein Hartz-IV-Aufstocker für seine gut gemachte Arbeit ein Trinkgeld bekommt, so darf dieses nicht angerechnet werden. Trinkgeld ist KEIN Einkommen, sondern eine freiwillige Zuwendung. Gerade Aufstocker, die im Gastgewerbe oder als Friseur(in) arbeiten, sind von dieser Regelung betroffen.

Eine Frau, die als Friseurin 540 Euro für 60 monatliche Arbeitsstunden verdient und mit ALG II-Leistungen aufstocken muss, machte keinerlei Angaben zu ihrem Trinkgeld. Das Jobcenter schätzte daraufhin, dass die Frau im Durchschnitt 60 Euro Trinkgeld bezieht und wollte diesen Betrag mit der ausgezahlten Leistung verrechnen. Die Frau ging dagegen vor und bekam Recht. Das Sozialgericht Karlsruhe stellte fest, das Trinkgeld kein anrechenbares Einkommen darstellt und daher nicht leistungsmindernd sein kann (Az.: S 4 AS 2297/15 vom 30.03.2016).

Was für Arbeitnehmer gilt, die keine Hartz-IV-Leistungen brauchen, muss auch für Aufstocker gelten: Trinkgelder sind steuer- und abgabefrei. Demnach dürfen Trinkgelder auch nicht mit Sozialleistungen verrechnet werden. 

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