Traurige Realität: Sogar Vollzeitbeschäftigte im Hartz-IV-Bezug

Traurige Realität: Sogar Vollzeitbeschäftigte im Hartz-IV-Bezug

Es dürfte hinlänglich bekannt sein, dass viele Erwerbstätige ihr Gehalt mit Hartz IV aufstocken müssen. Das Einkommen ihrer Bedarfsgemeinschaft liegt unterhalb

des im SGB II definierten Existenzminimums. Einer Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zufolge betraf dies im Jahr 2016 rund 1,2 Millionen Menschen. Somit waren 27,7 Prozent der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger auch erwerbstätig.

Doch wer glaubt, Aufstocker seien überwiegend geringfügig Beschäftigte, der irrt. Ungefähr die Hälfte aller Aufstocker gehen einer sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung nach. Daran hat sich seit 2007 nichts geändert. Mit 53,3 Prozent wurde im Jahr 2016 jedoch der bisherige Höchststand erreicht; das macht ungefähr 14 Prozent der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten aus. Der tiefste Stand lag 2010 mit 44,8 Prozent vor.

Häufig mag die Notwendigkeit von aufstockenden Leistungen in der Ausübung einer Teilzeitstelle begründet sein. Rund 4,7 Prozent der erwerbsfähigen Hartz-IV-Empfänger arbeitet aber sogar in Vollzeit. Von gerechter Entlohnung kann hierbei keine Rede sein. Unter Umständen haben Arbeitgeber Möglichkeiten für sich entdeckt, den Mindestlohn zu unterlaufen. Teilzeitbeschäftigte führt aber selbst dieser in der Regel nicht aus dem Leistungsbezug heraus.

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