Ewige Baustelle Hartz IV?

Ewige Baustelle Hartz IV?

Ein Jahr ist vergangen, seitdem der Bundestag Rechtsvereinfachungen für das Hartz-IV-System beschlossen hat. Grund genug Bilanz zu ziehen. Das dachte sich auch SWR AKTUELL und fragte bei Jobcentern nach. Das mehr als ernüchternde Ergebnis: Die Bürokratie wurde nicht wie eigentlich vorgesehen abgebaut. Vielmehr sei an einigen Stellen nun sogar mehr Arbeitsaufwand nötig als zuvor.

Die Regierungsfraktionen würden sich hierfür gegenseitig die Schuld zuweisen. Davon ist aber weder den Leistungsempfängern noch den Mitarbeitern der Jobcenter geholfen. Debatten führen schließlich auch keine Entlastung bei der Bürokratie herbei, Empfänger erhalten nicht schneller ihr Geld. Ob jedoch weitere Reformen diesbezüglich Erfolge bringen können? Diese stünden laut SWR nämlich nun wohl fest. Verschiedenen Politikern zufolge bliebe Hartz IV so erst einmal eine Baustelle.

Doch die Gefahr ist groß, dass das Hartz-IV-System dies auf ewig bleiben wird. Zu viel wurde bereits an ihm herumgedoktert, zu wenige bis gar keine Verbesserungen wurden erzielt. Dem Bürokratiemonster ist daher wahrscheinlich nur noch beizukommen, indem es beseitigt wird. Ein Neuanfang könnte allen Beteiligten zugutekommen, wenn nicht wieder die gleichen Fehler begangen werden.

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