Langzeitarbeitslosigkeit – Auch Lohnkostenzuschüsse bringen, oh Wunder, kaum Besserung

Langzeitarbeitslosigkeit – Auch Lohnkostenzuschüsse bringen, oh Wunder, kaum Besserung

Noch immer ist die Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit ein brisantes Thema. Die Zahl der Betroffenen unterlag in den letzten Jahren nur leichten Schwankungen; an deren Situation hat sich wenig getan. Auch das im Mai 2015 an den Start gegangene spezielle Lohnkostenzuschuss-Programm führte keine wesentliche Besserung herbei. Dies geht aus einem Artikel der Saarbrücker Zeitung von letzter Woche hervor.

Der Bundesagentur für Arbeit zufolge nähmen, so die Zeitung, zwei Jahre nach Start nur 13.225 Personen an dem Programm mit dem Namen ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter teil. Ausgelegt sei es für 33.000 gewesen. Eine Stellungnahme der Bundesarbeitsministerin offenbare, dass diese bei der Bezifferung des Erfüllungsstandes stattdessen aber einen Wert von 22.717 als Maßstab nehme. Dies sei die Zahl der Plätze, die die Jobcenter tatsächlich abgerufenen haben. Zudem zähle sie auch alle abgebrochenen Beschäftigungsverhältnisse. Im Endeffekt käme sie damit auf einen Erfüllungsstand von 79 statt 40 Prozent.

Dass die Jobcenter nicht einmal alle verfügbaren Plätze abriefen, lässt bereits ein Scheitern des Programms vermuten. Auch die 3617 Abbrecher unterstützen diese Einschätzung. Doch selbst eine Beteiligung von 100 Prozent käme lediglich dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heißen Stein gleich. Schließlich sind über 900.000 Personen in der Langzeitarbeitslosigkeit gefangen; diese benötigen einen sinnvollen Ausweg. Zudem ist fraglich, inwieweit solche Programme Betroffene langfristig in Arbeit bringen und zwar ohne Aufstocken zu müssen. Solche Arbeitsplätze kosten nämlich Geld. Wer aber will dieses aufbringen, vor allem wenn der Niedriglohnsektor so nah ist?

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