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Hartz IV führt vor allem für Frauen zu Altersarmut

Hartz IV führt vor allem für Frauen zu Altersarmut

Die Altersarmut ist überwiegend weiblich. Für Frauen, die viele Jahre von Hartz IV leben müssen, ist die Wahrscheinlichkeit von Altersarmut betroffen zu sein, besonders hoch. Mit Hartz IV etwas für die Altersvorsorge zur Seite zu legen, sei unmöglich und teilweise nutzlos, so der Deutsche Schutzverband gegen Diskriminierung e. V. (DSD).

Frauen, die über viele Jahre hinweg Hartz IV beziehen müssen, sind von der Altersarmut besonders betroffen. Auch ohne Hartz IV hätten Frauen noch immer einen geringeren Verdienst als Männer, weniger Karrierechancen und weniger Berufsjahre durch die Kindererziehung, so Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des DSD (www.gegendiskriminierung.de, www.mehr-hartz4.net). „Besonders schlimm wird es für alleinerziehende Frauen, die langzeitarbeitslos sind und Hartz IV beziehen müssen“, so Hoffmann.

Auch für Frauen in Partnerschaften ist das Armutsrisiko höher als für Männer. Sie haben weniger Chancen auf nebenberufliche Tätigkeiten und ihre Chancen auf eine Festanstellung jenseits der 50sten Lebensjahres sind noch geringer als bei Männern. In wie weit eine private Altersvorsorge für Frauen einen Sinn macht, liegt im eigenen Ermessen. Uwe Hoffmann: „Wenn eine Frau während ihrer Arbeitszeiten in eine private Rentenversicherung bezahlt klingt das erst einmal vernünftig. Wenn ihre Rente dann aber so gering ist, dass sie Sozialleistungen beziehen muss, wird die private Rente ja als Einkommen gerechnet und von den Sozialleistungen abgezogen.“

Das gelte für staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge, wie die Riester Rente nicht. Die staatlich geförderte Vermögensbildung ist von der Anrechnung als Vermögen bei Hartz-IV-Bezug befreit (§ 12 Abs. 2 Nr. 2, SGB II). Aber Vorsicht, so der DSD-Geschäftsführer: „Wer in finanzieller Not seinen Riester-Vertrag vorzeitig kündigt und der angesparte Betrag ausgezahlt wird, dann ist das ein Einkommen, das bei Hartz-IV-Bezug angerechnet wird.“

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