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Das Triple-A der Armut: Alleinerziehend, Aufstocker, Arbeitslos

Das Triple-A der Armut: Alleinerziehend, Aufstocker, Arbeitslos

Knapp 13 Millionen Menschen lebten im Jahr 2015 unterhalb der sogenannten statistischen Armutsschwelle. Damit beträgt der Anteil armer Menschen an der Bevölkerung 15,7 Prozent, der höchste Wert, der seit der Wiedervereinigung festgestellt wurde. „Leider zeigt uns das Ergebnis, dass der stetige Anstieg weiter geht. Trotz ständig verkündetem Wirtschaftswachstum, das offensichtlich an den meisten Menschen vorbeigeht“, sagt Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des DSD (www.mehr-hartz4.net, www.gegendiskriminierung.de).

Das sieht auch das Deutsche Institut für Wirtschaft (DIW) so; ein Fünftel der Bevölkerung sei von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung abgekoppelt. Die Armut wächst zurzeit in den alten Bundesländern. „Wenn man die Hartz-IV-Hauptstadt Berlin herausrechnet“, so Hoffmann, „ist die Armutsquote im Osten rückläufig. Bei uns in Thüringen z. B. ist sie um fast ein Prozent gesunken, in Brandenburg sogar um fast drei.“ Bayern und Hamburg scheinen im Westen noch sichere Plätze zu sein – in allen anderen, auch wohlhabenden Regionen, steigt die Armutsquote. Dies gilt vor allem für die Räume Köln, Dortmund, Gelsenkirchen und das komplette Ruhrgebiet.

„Experten streiten sich seit Jahren, wie aussagekräftig der Armutsbericht tatsächlich ist“, sagt Uwe Hoffmann. „Fakt ist, dass immer mehr Menschen weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens besitzen. Obdachlose werden im Armutsbericht übrigens gar nicht einbezogen. Und die rund sieben Millionen tatsächlichen Arbeitslosen sprechen eine eigene Sprache.“

Der Zusammenhang zwischen Armut und Arbeit ist offensichtlich. „Ich nenne diesen Effekt das Triple-A der Armut. Alleinerziehend, Aufstocker, Arbeitslos“, so der DSD-Geschäftsführer, der mit seinem Verein schon vielen Betroffenen helfen konnte. „Überwiegend geht es dabei um falsche Bescheide und Sanktionen“, erklärt Uwe Hoffmann. „Ich bin ein bekennender Gegner von Sanktionen, die im Prinzip die Menschen nur in die Mühlen der Niedriglohn-Industrie zwingen. Ohne Aussicht auf eine Perspektive – ohne Nachhaltigkeit.“

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