Alexander Kowalski - Eigenes Werk, CC BY-SA 2.5,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1513981

Peter „Hartz-IV“ hat neue Pläne für seine umstrittene Reform

Peter „Hartz-IV“  hat neue Pläne für seine umstrittene Reform

Peter Hartz, Namensgeber und Erfinder der umstrittenen Arbeitsmarktreform „Hartz IV“ ist wieder aufgetaucht und sprach in Berlin über den Arbeitsmarkt und Möglichkeiten die Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen. Unverständlich sei, so der Deutsche Schutzverband gegen Diskriminierung e. V. (DSD), dass sich Peter Hartz nicht zu den wahren Problemen äußere.  

Der Erfinder und Namensgeber von Hartz IV, Peter Hartz, hat am Dienstag in Berlin über den Arbeitsmarkt gesprochen. Hartz, der sogar dem neuen französischen Präsidenten Emmanuel Macron seine Mithilfe beim Umbau des französischen Arbeitsmarktes angeboten hat, ist im laufenden Wahlkampf wieder ein Thema geworden. Der inzwischen 75-jährige verteidigt nach wie vor sein Lebenswerk als Erfolg, der die Massenarbeitslosigkeit in Deutschland bewältigte.

Uwe Hoffmann, Geschäftsführer des DSD (www.mehr-hartz4.net): „Die Zahl der Arbeitslosen hat man von rund fünf Millionen im Jahr 2003 mit der Agenda 2010 tatsächlich halbiert, wie das immer noch gern behauptet wird. Aber nur, weil man immer mehr Arbeitslose aus der Arbeitslosenzahl herausnimmt.“ Wer in einer Maßnahme steckt, oder krank ist, wer über 58 Jahre ist oder wer einen 1-Euro-Job hat, taucht in der Statistik gar nicht auf. Der DSD-Geschäftsführer: „Wenn ein Krankenhaus aus seiner Bilanz die Sterbefälle herausnimmt, kann es leicht behaupten, dass die Heilungsquote bei 100 Prozent liegt. Schließlich darf man nicht vergessen, dass man Arbeitslosenzahlen von früher nicht mit denen von heute vergleichen kann. Die Berechnungsregeln für die Statistiken werden ja ständig geändert.“

Im Wahljahr 2017 wird sicher noch viel über die Arbeitslosigkeit und die offensichtlichsten Fehler des Hartz-IV-Systems diskutiert werden. „Solange nicht erkannt wird, dass die Arbeitslosigkeit ein gesellschaftliches und kein wirtschaftliches Problem ist, wird sich nichts ändern“, sagt Uwe Hoffmann. „Wir können den Betroffenen nur unsere Hilfe anbieten, jeden Bescheid, jede Sanktion und jede andere Maßnahme der Jobcenter auf Richtigkeit und Sinn prüfen und so dazu beitragen, dass Hartz-IV-Empfänger wenigstens das bekommen, was ihnen zusteht.“ 

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