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Kinderarmut: Allein in Thüringen leben fast 50.000 in Bedarfsgemeinschaften

Kinderarmut: Allein in Thüringen leben fast 50.000 in Bedarfsgemeinschaften

Im Freistaat Thüringen sind rund 50.000 Kinder von Armut bedroht. Sie leben in Bedarfsgemeinschaften und sind somit auf Hartz IV angewiesen. Das sind gut 15 Prozent aller Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren. Dabei gibt es allerdings große regionale Unterschiede. Während in Gera rund 26 Prozent der Kinder und Jugendlichen von Hartz IV leben müssen, sind es in den Kreisen Eichsfeld oder Hildburghausen weniger als 9 Prozent, so die Ostthüringer Zeitung (OTZ).

Insgesamt sind in Deutschland mehr als zwei Millionen Minderjährige auf die staatliche Grundsicherung angewiesen. Trotz des „anhaltenden Wirtschaftsaufschwungs“ sind das 3,3 Prozent mehr als noch vor einem Jahr. Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann spricht von einem großen Konstruktionsfehler, wenn es um die angebotenen Hilfsprogramme geht. Er fordert mehr Unterstützung für die betroffenen Kinder außerhalb der Familie. So sollten auch die Kinder gefördert werden, deren Eltern weniger Wert auf eine gute Bildung legen. Mit dieser Aussage tut Hurrelmann zwar vielen engagierten Eltern Unrecht, allerdings weiß man, dass von den unteren 20 Prozent der Gesellschaft wiederum nur 20 Prozent wollen, dass ihre Kinder Abitur machen. 

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