Leiharbeiter und Hartz-IV – Ein unfreiwilliges Bündnis

Leiharbeiter und Hartz-IV – Ein unfreiwilliges Bündnis

Verlieren Leiharbeiter ihren Job, fallen sie in den meisten Fällen sofort in den Hartz-IV-Bezug. Dies ist einem Bericht der Frankfurter Rundschau (FR) vom vergangenen Freitag zu entnehmen. Zwar existiere eine Sonderregelung, diese bliebe jedoch wirkungslos.

Arbeitslose erhalten nur unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung. So müssen sie die letzten zwei Jahre bevor sie arbeitslos wurden, für mindestens zwölf Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen sein. Leiharbeitsbeschäftigte scheitern immer wieder an genau dieser Hürde. Die Fluktuationen in ihren Beschäftigungszeiten sind dafür verantwortlich.

Auch die im Jahr 2009 in Kraft getretene Sonderregelung habe an der Lage der Leiharbeiter nichts geändert, so FR. Diese gilt für Arbeitnehmer, die regelmäßig sehr kurz befristete Arbeitsverträge eingehen. Um Arbeitslosengeld I zu beziehen, müssen sie in den letzten zwei Jahren hiernach sogar nur sechs Monate sozialversicherungspflichtig beschäftigt gewesen ein. Noch immer eine zu schwer zu nehmende Hürde.

Leiharbeiter zahlen somit zwar Beträge in die Arbeitslosenversicherung, letztlich kommen ihnen diese aber nicht zugute. Obwohl sie sich besonders flexibel auf dem Arbeitsmarkt präsentieren, fallen sie so immer wieder sofort in Hartz-IV. Im Jahr 2016 waren das laut FR fast 130.000 Menschen.

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