Nicht jede Ablehnung eines Jobangebots darf sanktioniert werden

Nicht jede Ablehnung eines Jobangebots darf sanktioniert werden

Lehnen Hartz-IV-Empfänger ein Jobangebot des Jobcenters ab, müssen sie mit Sanktionen rechnen. Doch nicht in allen Fällen sind diese rechtmäßig. Sie sind es nur dann, wenn der Job dem konkreten Leistungsempfänger zuzumuten ist.

Die Einschätzung darüber, ob eine Arbeit zumutbar ist, kann sich erwartungsgemäß aber als schwierig erweisen. Wie FOCUS Online und die Bild-Zeitung berichten, hat die Bundesagentur für Arbeit daher den sogenannten Zumutungs-Paragrafen aktualisiert. Dieser enthält Kriterien, nach denen Hartz-IV-Bezieher Jobs ablehnen dürfen.

So ist dies demzufolge vor allem dann möglich, wenn der Empfänger einen Angehörigen pflegt. Der Job darf die Qualität der Pflege nämlich nicht negativ beeinflussen und muss sich zeitlich mit dieser vereinbaren lassen. Dies trifft auch bei der Erziehung von Kindern, der eigenen und der des Lebenspartners, zu.

Zudem können Hartz-IV-Empfänger Arbeitsstellen auch aufgrund geistiger, seelischer oder körperlicher Gründe ablehnen. Schließlich kann es Konstellationen geben, in denen diese außerstande sind, eine konkrete Arbeit auszuüben. Auch religiöse oder kulturelle Konflikte können dafür sorgen, dass Betroffene eine Stelle ablehnen dürfen.

Inwieweit die Aktualisierungen des Zumutungs-Paragrafen bewirken, dass Hartz-IV-Bezieher seltener zu Unrecht sanktioniert werden, muss sich erst zeigen. Fehler können aber in jedem Fall noch immer passieren. Deshalb sollten Betroffene gegen jede Sanktion vorgehen. HIER können Sie unsere kostenlose Hilfe in Anspruch nehmen.

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