Perfide: Sanktionen generell rückläufig, dafür mehr Vollsanktionen

Perfide: Sanktionen generell rückläufig, dafür mehr Vollsanktionen

Die Zahl der Sanktionen ist laut Bundesagentur für Arbeit leicht zurückgegangen. 2016 wurden rund 40.000 weniger ausgesprochen als im Jahr zuvor. Mit rund 940.000 ist die Zahl aber noch immer sehr hoch.

Je nach „Vergehen“ werden die Bezüge um 10 oder 30 Prozent gekürzt. Selbst eine komplette Streichung der Leistungen ist möglich. Diese Vollsanktionen nahmen 2016 sogar zu. Auch viele junge Menschen waren betroffen. Unter 25-jährige werden nämlich schon beim ersten „Vergehen“ vollsanktioniert. Wie die Hartz-IV-Empfänger dann über die Runden kommen sollen, scheint dabei von geringem Interesse.

Am häufigsten wurden die Empfänger 2016 sanktioniert, weil sie Meldepflichten verletzten. Rund 76 Prozent der Sanktionen fallen hierunter. Sanktionen wurden aber auch ausgesprochen, weil sie Angebote für Maßnahmen oder Jobs ablehnten. Dieser Grund ist bloß nicht mehr so häufig vertreten, wie noch vor ein paar Jahren.

Abgesehen davon, dass die Wirksamkeit von Sanktionen immer wieder in Frage gestellt wird, enthalten viele Bescheide Fehler. Deshalb sollten Betroffene gegen jede Sanktion vorgehen. HIER können Sie unsere kostenlose Hilfe in Anspruch nehmen.

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