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Von Potemkinschen Dörfern und Zahlenspielereien: BA-Statistiken

Von Potemkinschen Dörfern und Zahlenspielereien: BA-Statistiken

Wie einfach man mit Zahlen Tatsachen verdrehen kann, zeigt ein alter Witz:

Deutschland, die USA und Russland machen einen Sportwettkampf. Deutschland gewinnt, die USA werden Zweiter und Russland Letzter. In den russischen Zeitungen steht am Tag darauf folgendes zu lesen: Während unsere Feinde aus dem kapitalistischen Amerika nur Vorletzter wurden, belegten unsere Sportler einen hervorragenden dritten Platz. 

 An diesen Witz muss ich immer denken, wenn die Bundesagentur für Arbeit (BA) ihre Zahlen veröffentlicht. So kann man sich heute mit der BILD-Zeitung und anderen Medien darüber freuen, dass es in Deutschland weniger Dauer-Hartz-IV-Bezieher gibt. Die Anzahl der Menschen, die in diesem Land länger als vier Jahre das Staatsalmosen beziehen müssen, geht zurück. Ende 2015 waren es nur noch 2,6 Millionen – der „niedrigste Stand seit Einführung von Hartz IV“.

Dass rund 40 Prozent derjenigen, die ALG II beziehen müssen, in solchen Statistiken gar nicht erfasst werden, ist kein Geheimnis. Wer krank ist, aufstockt oder an einer Fördermaßnahme teilnehmen muss, gilt nicht als arbeitslos.

Dass es 2015 weniger Dauer-Hartz-IV-Bezieher gegeben hat, als ein Jahr zuvor, ist erfreulich, auch wenn man nicht genau sagen kann, ob dies tatsächlich ein Erfolg ist, oder von ganz anderen Bedingungen abhängt. Dennoch ist jeder Dauer-Harzt-IV-Empfänger einer zu viel. Wer auf dem Arbeitsmarkt keine Chance bekommt, sollte deshalb wenigsten sicher sein, dass er finanziell das bekommt, was ihm zusteht. Lassen Sie deshalb Ihre Bescheide regelmäßig vom Fachmann prüfen. Wir helfen Ihnen kostenlos. 

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