Langzeitarbeitslose müssen hinter Verwaltungskosten zurückstecken

Langzeitarbeitslose müssen hinter Verwaltungskosten zurückstecken

Besonders Langzeitarbeitslose haben es sowieso schon sehr schwer, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Nun kommt auch noch ans Licht, dass ein erheblicher Teil der Gelder, die eigentlich für deren intensive Betreuung und Unterstützung gedacht waren, anderweitig Verwendung fanden. Wie die „Frankfurter Rundschau“ (FR) berichtet, sollen 1,55 Milliarden Euro statt für deren Wiedereingliederung für Verwaltungskosten drauf gegangen sein.

Der FR liegt dabei eine Antwort der Bundesregierung vor. Demnach flossen von 2013 bis 2015 mit steigender Tendenz Gelder aus Eingliederungsmitteln in die Verwaltung. Dies sei, so die Bundesregierung, aufgrund der gegenseitigen Deckungsfähigkeit dieser Mittel auch möglich. Ob die Eingliederungsmittel zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen oder für eine „personalintensivere Betreuung“ genutzt würden, obliege den Jobcentern hierbei selbst.

Dies wäre ja alles schön und gut, wenn denn Mitarbeiter eingestellt worden wären, die sich gezielt und lösungsorientiert um die Eingliederung der Langzeitarbeitslosen bemühten. Davon kann aber leider wahrlich keine Rede sein. Die FR verweist in dem Zusammenhang nämlich auf Angaben des Bundesarbeitsministeriums. Im konkreten Zeitraum ist demnach sogar ein leichter Rückgang an Beschäftigten, die auch für die Betreuung von Langzeitarbeitslosen zuständig sind, zu verzeichnen.

Die Zahl der Langzeitarbeitslosen hingegen ist nicht gesunken. Statt sich wirklich angemessen um deren Belange zu kümmern, wurde, wie die FR berichtet, ein Teil der Eingliederungsmittel für die Finanzierung von Miet- und Heizkosten, IT- und Serviceleistungen oder Tariferhöhungen verwendet. Dem eigentlichen Zweck der Mittel dient dies nicht, da dem Problem der Langzeitarbeitslosigkeit auf diesem Wege ganz offensichtlich nicht abgeholfen wird.

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