Mindestlohn steigt ab 2017

Mindestlohn steigt ab 2017

Der Vorsitzende der Mindestlohnkommission, Jan Zilius, gab bekannt, dass der Mindestlohn ab 1. Januar 2017 um 34 Cent steigt. Die neue Lohnuntergrenze von 8,84 Euro ist zwar nicht die gewerkschaftliche Zielmarke von 10 Euro, dennoch ist man mit den Verhandlungen zufrieden. Zusammen mit Vertretern der Sozialpartner wird in einer Kommission alle zwei Jahre die Erhöhung des Mindestlohns besprochen.

Erste Berichte über die Auswirkungen des Mindestlohns besagen, dass lediglich bei Minijobbern ein leichter Rückgang im Vergleich zum Vorjahr, mit ca. 130.000 zu spüren war. Geringfügig Beschäftigte wurden zum Teil in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze übernommen. Auszubildende und Minderjährige sind vom Mindestlohn ausgeschlossen und für Langzeitarbeitslose und Praktikanten gibt es eine Sonderregelung.

Doch freuen sollte man sich, laut Statistikern nicht. Diese widerlegten die Aussage, dass die gesetzliche Lohnuntergrenze die Armut bekämpfen solle. Zwar ging die Zahl der Aufstocker im letzten Jahr um 2 Prozent zurück, dennoch gibt es in Deutschland noch immer ca. 1,25 Millionen Erwerbstätige, die ergänzende Hartz-IV-Leistungen beziehen müssen. Ein Großteil arbeitet nur wenige Stunden in der Woche, um sich so ein Taschengeld hinzu zu verdienen.

Bisher profitieren schätzungsweise 4 Millionen Beschäftigte vom Mindestlohngesetz. 2,9 Millionen im Westen und 1,1 Millionen im Osten, das bedeutet, dass 11 Prozent der Arbeitnehmer im Westen und doppelt so viele im Osten mehr Geld im Vergleich zum Vorjahr verdienen.

Ökonomen aber rechnen damit, dass die Auswirkungen des Mindestlohns erst bei einem Abschwung der Wirtschaft deutlich werden.

 

Quelle: Die Welt

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