Strom und Warmwasser scheinbar Luxusgüter

Strom und Warmwasser scheinbar Luxusgüter

Es ist keine neue Erkenntnis, dass viele Hartz-IV-Empfänger mit Schulden zu kämpfen haben, weil die Stromkosten ständig ansteigen. Eine Studie des Deutschen Caritasverbandes belegt nun aber ganz eindeutig, dass der Regelsatz diese Kosten nicht ausreichend deckt.

Die Caritas hat in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung in Mannheim den Stromkonsum von 22.000 Haushalten festgehalten. Dabei haben sie festgestellt, dass die tatsächlichen Stromkosten der Leistungsempfänger höher sind, als die Beträge in den Regelsätzen. In der Regelbedarfsstufe 1 würden so mehr als sieben Euro zu wenig gezahlt.

Werden Monat für Monat diese Beträge zu wenig gezahlt, ist es natürlich kein Wunder, dass Hartz-IV-Empfänger Schuldenberge anhäufen. Für die Berechnung des Stromanteils im Regelsatz müssten daher, so die Caritas, die tatsächlichen durchschnittlichen Stromkosten der Leistungsbezieher herangezogen werden.

Als ob ein zu geringer Stromanteil nicht schon schlimm genug wäre, hat die Studie zusätzlich zutage geführt, dass auch die Zuschüsse zur Warmwasserbereitung viel zu niedrig ausfallen. Fast drängt sich deshalb die Vermutung auf, dass Strom und Warmwasser als Luxusgüter angesehen werden sollen. Warum sonst werden Hartz-IV-Empfänger diesbezüglich häufig dazu aufgefordert zu sparen und nochmals zu sparen?

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