Diskriminierung beginnt beim Namen, sogar im Jobcenter

Diskriminierung beginnt beim Namen, sogar im Jobcenter

Die Berliner Zeitung berichtet von Diskriminierungen in den Jobcentern. Eine unveröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung lege dar, dass Antworten auf Anfragen vom Namen der Hilfebedürftigen abhängig gemacht werden. Bittet eine Person mit türkischem oder rumänischem Namen um Hilfe beim Hartz-IV-Antrag, würde sie eine schlechtere Auskunft als eine mit deutschem Namen erhalten.

Unter Pseudonymen versandten die Forscher E-Mails an alle 408 Jobcenter. Diese beinhalteten jeweils die gleichen zwei Fragen. Die Diskriminierung verstecke sich dabei in den unterschiedlichen Antworten. So mache sich diese beispielsweise durch das Weglassen von Informationen bemerkbar.

Dabei soll es aber auch signifikante Unterschiede zwischen den Jobcentern geben. Behörden, die selbst verwaltet werden, hätten mit einer doppelt so hohen Ungleichbehandlung zu kämpfen als solche, die direkt der Bundesagentur für Arbeit (BfA) unterstellt sind. Ebenso würden Jobcenter in Westdeutschland schlechter abschneiden.

Die BfA, so heißt es in der Berliner Zeitung, nehme das Problem aber ernst. Dabei verweise die BfA darauf, dass sie seit einigen Jahren ihre Mitarbeiter schult, um Diskriminierungen zu verhindern. Zudem würde darauf geachtet, dass ein gewisser Prozentsatz der Jobcenter-Mitarbeiter einen Migrationshintergrund habe. Mitarbeiter würden anhand von Vorschriften für Antidiskriminierung beurteilt. Sobald man sich unverstanden fühlt, könne eine Beschwerde an die Geschäftsführung eingereicht werden.

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