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Aussichtsloser Start: Junge Menschen in Hartz IV

Aussichtsloser Start: Junge Menschen in Hartz IV

In Deutschland stecken mehr als 720.000 Menschen im Alter zwischen15 und 24 Jahren im Hartz-IV-System fest. Und wer einmal darin feststeckt, hat schlechte Chancen wieder herauszukommen, so eine Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. Rund zehn Prozent der Altersgruppe 15 – 24 beziehen in Deutschland staatliche Grundsicherung. Allerdings zählt nur ein Fünftel von ihnen zu den Arbeitslosen. Die meisten gehen entweder noch zur Schule, oder machen gerade eine Ausbildung. Diese Jugendlichen leben bei Eltern, die selbst auf Hartz IV angewiesen sind.

Wer allerdings tatsächlich arbeitslos ist, hat keine guten Aussichten. Ein Viertel der jungen Hartz-IV-Empfänger hat keinen Schulabschluss. Die Chancen auf Eingliederung stehen damit äußerst schlecht. Das Armutsrisiko unter jungen Menschen in Deutschland steigt damit überproportional an, ebenso die Bildungsarmut. Der DGB befürchtet auch, dass sich diese Bildungsarmut „vererben“ könnte. Wenn chancenlose junge Menschen, die auf Hartz IV angewiesen sind, Kinder bekommen, so sind deren Aussichten auf eine gute Schulbildung und einen festen Arbeitsplatz später ebenfalls sehr schlecht.

Kritik erntet vor allem an die Jugendhilfe, die endlich flächendeckend mit guten und motivierenden Angeboten zur Verfügung stehen muss. Junge Menschen, die arbeitslos sind, werden in der Realität aber kaum gefördert. Sie werden, wie andere auch, lieber mit Ein-Euro-Jobs oder mit der Weitergabe an Arbeitnehmerüberlassungen aus der Statistik „geboxt“. Eine vorgetäuschte Lösung, die keine ist. Echte Angebote fehlen entweder, oder man bekommt sie erst auf ausdrückliche Nachfrage. Hilfe gefällig? Dann wenden Sie sich an uns. Natürlich kostenfrei. 

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