Bild: Fotolia/uh-E

Ein-Euro-Jobs: Sackgasse mit zusätzlichen Nachteilen für Betroffene

Ein-Euro-Jobs: Sackgasse mit zusätzlichen Nachteilen für Betroffene

Derzeit wird viel über die Novellierung der Hartz-IV-Gesetze diskutiert. Und natürlich geht  es dabei auch um die so genannten Ein-Euro-Jobs, die offiziell „Arbeitsgelegenheit mit Mehraufwandsentschädigung“ heißen. Bislang können Langzeitarbeitslose für maximal 24 Monate in einem Zeitraum von fünf Jahren zu einem Ein-Euro-Job verdonnert werden. Das Bundesarbeitsministerium spricht sich nun dafür aus, dass man wiederholt in solche „Maßnahmen“ gesteckt werden kann.

Würde dieser Vorschlag tatsächlich in das Gesetz aufgenommen, so würde er eine ganze Batterie von Nachteilen mit sich bringen. Zum einen macht es sich nie gut, wenn in einem Lebenslauf ein Ein-Euro-Job steht, zum anderen besteht damit das Risiko, dass Langzeitarbeitslose dauerhaft als Billigjobber herangezogen werden. Ohne jegliche Chance auf dauerhafte und sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Ein weiteres Problem: Ein-Euro-Jobs müssen wettbewerbsneutral sein, einen zusätzlichen Charakter haben und im öffentlichen Interesse liegen. Sonst könnte es für bestimmte Arbeitgeber attraktiv werden, echte Arbeitsplätze abzubauen und sich dauerhaft der Ein-Euro-Jobber zu bedienen. Dass es immer wieder zu derartigem Missbrauch kommt, ist bekannt und könnte mit der „Verlängerung dieser Maßnahme“ auch noch zunehmen.

Ein-Euro-Jobber arbeiten oft 30 Wochenstunden, manche sogar in Vollzeit. Das macht es schwer, sich zusätzlich um Bewerbungen oder Weiterbildung zu kümmern. Schon die Ausnahme, dass Arbeitgeber bei der Einstellung von Langzeitarbeitslosen den Mindestlohn für ein halbes Jahr unterlaufen dürfen, hat den Betroffenen das Leben schwerer gemacht. Mit einer Verlängerung der Ein-Euro-Job-Maßnahmen würde eine weitere Verschlechterung einhergehen. Bleibt nur die Hoffnung auf eine breite Ablehnung im Bundestag. Das tragische dabei ist jedoch, dass Menschen über diese Regelungen abstimmen, die selbst nie betroffen sein werden und auch keinerlei Vorstellung haben, wie es sich für die Betroffenen tatsächlich darstellt. 

© by Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung e.V. (DSD e.V.)