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Ghetto-Bildung dank Hartz IV

Ghetto-Bildung dank Hartz IV

Wer in unserer Gesellschaft Hartz IV beziehen muss, läuft Gefahr, sozial ausgegrenzt zu werden. Langzeitarbeitslose und Alleinerziehende können ein trauriges Lied davon singen. Im Kreis Vorpommern-Greifswald gibt es eine Richtlinie, die dafür sorgt, dass Hartz-IV-Empfänger überwiegend in bestimmten Gebieten wohnen müssen. Eine soziale Mischung kann nicht mehr stattfinden. Die Richtlinie regelt, wie viel Geld die Langzeitarbeitslosen für ihre Miete ausgeben dürfen. Der Geschäftsführer des Kreisdiakonischen Werkes Greifswald-Ostvorpommern, Jörg Raddatz, kritisiert diese Regelung.

 

Der „einfache Wohnraum“, der innerhalb der Richtlinie für die Miete liegt, findet sich fast ausschließlich in den klassischen Plattenbaugebieten. Das Problem dieser Ghetto-Bildung könnte sich in Zukunft noch verschärfen. Denn im Rahmen der geplanten Reform der Hartz-IV-Gesetze soll es auch Vereinfachungen für Heiz- und Mietkosten geben. So sind weitere Verschlechterungen bei den Wohnkosten absehbar. Langfristig wird das dazu führen, dass sich auch in anderen Ballungszentren Stadtviertel oder Siedlungen bilden, die ausschließlich von Langzeitarbeitslosen bewohnt werden. 

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