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Bildungspaket für Kinder: Die gescheiterte Null-Nummer

Bildungspaket für Kinder: Die gescheiterte Null-Nummer

In Deutschland gibt es circa 2,7 Millionen Kinder, die einen Anspruch auf das sogenannte Bildungs- und Teilhabepaket haben. Experten und Sozialverbände bezeichnen diese staatlichen Sozialleistungen als unsinnig, teuer und wirkungslos. Ein Hauptgrund dafür, dass so wenige Eltern das Bildungspaket nutzen sei, dass der bürokratische Aufwand viel zu hoch sei. Egal, ob für den Ausflug ins Puppentheater oder den Mitgliedbeitrag für den Fußballverein, jedes Mal müsse ein vierseitiger Antrag ausgefüllt, Unterschriften eingeholt und Belege eingereicht werden.

 

Das Bildungspaket wird nicht angenommen, im Gegenteil. Die Zahl der Ausflüge von betroffenen Kindern oder auch die sogenannte Teilhabe gehen deutlich zurück. Vom Kinderschutzbund bis zu den Wohlfahrtsverbänden ist man sich einig darüber, dass dieses Paket, das vor fünf Jahren eingeführt wurde, eine Nullnummer ist. Ein „Murks“, den man besser abschaffen sollte, da man ihn nicht reformieren kann. So sind beispielsweise die 10 Euro im Monat, die ein Kind für Musikstunden oder eine Vereinsmitgliedschaft bekommen kann, viel zu wenig. Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, brachte es in der Süddeutschen Zeitung auf den Punkt. Was nützen schon 10 Euro für den Vereinsbeitrag, wenn ein Kind auch Fußballschuhe braucht.

 

Die Kinder- und Jugendförderung, die derzeit noch über das Jobcenter „abgewickelt“ wird, sollte nicht unter die Komm-Struktur fallen. Das heißt: Der Leistungsträger wartet darauf, dass jemand kommt. Aber Jugendhilfe kann so nicht funktionieren – man muss zu den Leuten hingehen. Deshalb würde es mehr Sinn machen, wenn man derartige Leistungen in den Kinder- und Jugendhilfen verankert und nicht beim Jobcenter. Ob und wann dies je geschehen wird, sei dahin gestellt. Wer Kindern in Hartz-IV-Familien wenigstens den Hauch einer Chance geben will, wird also weiterhin um jeden Cent beim Jobcenter kämpfen müssen. Und wir unterstützen Sie dabei - wie immer kostenlos.  

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