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…und täglich grüßt das Murmeltier: die Arbeitslosenzahlen

…und täglich grüßt das Murmeltier: die Arbeitslosenzahlen

Wenn man es genau nimmt, könnte man sich die monatliche Arbeitslosenstatistik schenken. Denn ganz egal, ob die Arbeitslosigkeit um 0,1 Prozent oder um 0,2 Prozent zurückgeht, hinter den Zahlen stehen Schicksale, die man wohl eher mit Attributen denn mit Mathematik beleuchten muss.

 

Immer wieder taucht bei uns die Frage auf, ob die Arbeitslosenzahlen geschönt werden. Die Antwort: Ja und Nein. Welche Gruppen nicht in der Statistik auftauchen, haben wir schon oft genug erklärt. Ebenso interessant sind die Kriterien, wie die Arbeitslosigkeit in Deutschland definiert wird. Die Politik schafft es immer wieder, diese Kriterien so umzuformulieren, dass die Zahlen offiziell sinken. Übrigens: Noch immer kann man sagen, dass rund 40 Prozent der Menschen, die Arbeitslosengeld II bekommen, offiziell gar nicht als arbeitslos gelten. Darunter sind Menschen, die an einer Fördermaßnahme teilnehmen, diejenigen, die dem Arbeitsmarkt aus anderen Gründen formal nicht zur Verfügung stehen und natürlich die Aufstocker.

 

Ein ganz wichtiger Punkt bei der Berechnung der Arbeitslosenzahlen sind Durchschnittswerte, die von Statistikern ermittelt werden – die so genannte Saisonbereinigung. Alle Jahre wieder gibt es ein typisches Auf und Ab in der Arbeitslosigkeit. Dass im Winter mehr Menschen arbeitslos sind, als in den Sommermonaten liegt hauptsächlich an der Bau- und Landwirtschaft. Sogar Schulferien beeinflussen die Arbeitslosenzahlen, deshalb gibt es eben die saisonbereinigten Zahlen. Das ist sogar sinnvoll, denn so kann man den tatsächlichen Trend auf dem Arbeitsmarkt besser beurteilen.

 

Als Fazit jeder Veröffentlichung bleibt aber: Die Arbeitslosigkeit ist wesentlich höher, als sie sich in den Zahlen widerspiegelt. Und wer glaubt, dass er schon bald einen Job finden wird, da es ja jetzt – mit einem aktuellen Rückgang von 0,1 Prozent – aufwärts geht, wird sich leider eines Besseren (in dem Fall eines Schlechteren) belehren lassen müssen. Wer keine Arbeit findet, sollte sich zumindest die Arbeit machen, jeden neuen Bescheid auf Fehler prüfen zu lassen. Nur so kann man sicher sein, dass man - wenn schon keine Arbeit -  wenigstens das bekommt, was einem zusteht. Wir helfen Ihnen – natürlich kostenlos.

 

 

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