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Weniger Aufstocker – ein Verdienst des Mindestlohns?

Weniger Aufstocker – ein Verdienst des Mindestlohns?

Die Zahl der Berufstätigen, die ihren Lohn mit Hartz-IV-Leistungen aufstocken müssen, ist rückläufig. So steht es heute in unterschiedlichen Medien zu lesen. Wie die Süddeutsche Zeitung schreibt, sei die Zahl der Aufstocker um 45.000 zurückgegangen. Ob dieser Rückgang aber tatsächlich mit dem Mindestlohn, der seit Jahresanfang gilt, zusammenhängt, ist zu bezweifeln. Viele Menschen bekommen zwar den Mindestlohn von 8,50 Euro, haben aber nur eine Teilzeitbeschäftigung; andere, wie z. B. Langzeitarbeitslose aus Hartz-IV, haben zunächst keinen Anspruch auf den gesetzlichen Mindestlohn.

 

Der Rückgang der Aufstocker könnte auch ganz andere Ursachen haben. Wer saisonbedingt über den Winter in die Arbeitslosigkeit rutscht, fällt aus der Aufstocker-Statistik heraus. Gleiches gilt natürlich auch für diejenigen, die nicht nur saisonal, sondern ganz arbeitslos geworden sind. Auch sie werden logischer Weise in dieser Statistik nicht mehr erfasst.

 

Trotz des Rückgangs ist die Zahl der Aufstocker trotz Mindestlohn überraschend hoch. Wie der MDR berichtet gäbe es allein in Sachsen 83.000 Angestellte, die zu ihrem Lohn Hartz-IV-Leistungen beziehen müssen.  

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