Hartz IV und älter als 55? Keine Chance auf Förderung

Hartz IV und älter als 55? Keine Chance auf Förderung

Politiker versprechen viel, wenn der Tag lang ist. Und das gilt auch für Arbeits(losen)ministerin Nahles, die sich zumindest öffentlich immer wieder für die Förderung von Langzeitarbeitslosen einsetzt. In der Realität ist das anders: Laut einer Erhebung des Bundesarbeitsministeriums sind die Fördermaßnahmen für Langzeitarbeitslose in den letzten beiden Jahren stark rückläufig. Gerade für Menschen, die älter als 55 Jahre sind, gibt es so gut wie keine Möglichkeiten für Förderungsmaßnahmen zur Wiedereingliederung ins Berufsleben.

Doch genau diese Gruppe hat die wenigsten Chancen auf dem Arbeitsmarkt eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu finden. Gerade einmal elf Prozent der über 55-jährigen werden, so die aktuellen Daten, überhaupt noch in irgendeiner Weise gefördert. Wie diese Fördermaßnahmen aussehen, ist eine andere Frage. Bewerbungstraining oder „Wie schreibe ich mit Word einen Brief“ sind dabei keine Seltenheit.

Insgesamt gibt es für Hartz-IV-Empfänger nur noch eine Förderungsquote von 16,2 Prozent. Im Bereich des Arbeitslosengeldes I sind es immerhin noch 20,6 Prozent. Wer 55 Jahre jung ist und Hartz IV beziehen muss, sollte deshalb neben den eigenen Bemühen immer wieder bei seinem Jobcenter vorstellig werden und nach Förderungsmaßnahmen fragen. Schließlich sollte es darum gehen, die Menschen wieder in Lohn und Brot zu bringen und sie nicht nur als Niedriglöhner in Leiharbeit zu verheizen. Wer sich gegen seine Situation wehren will, sollte jedem Bescheid und jeder Sanktion widersprechen und seinen Jobberater immer wieder nach neuen Möglichkeiten fragen.  

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