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Subventionierte Billiglöhner – Zahl der Aufstocker steigt

Subventionierte Billiglöhner – Zahl der Aufstocker steigt

Immer mehr Menschen in Deutschland gehen einer geregelten Arbeit nach, mit der sie es nicht schaffen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Der Anteil der arbeitenden Hartz-IV-Empfänger (Aufstocker) liegt mittlerweile bei 30 Prozent. Der durchschnittliche Stundenlohn bei Hartz-IV-Aufstockern lag im Jahr 2014 bei 6,20 Euro. Auch heute wird dieser „Lohn“ nur unwesentlich höher liegen. Immer wieder stellen Sozialverbände die Frage, ob es tatsächlich Sinn macht diese Menschen in Jobs mit Niedriglöhnen (Leih- und Zeitarbeit) zu vermitteln. Man kann durchaus von einer staatlich subventionierten Billiglohn-Industrie sprechen. Die übliche Vorgehensweise: Ein aus Hartz-IV vermittelter Leih- oder Zeitarbeiter kann für ein halbes Jahr ohne den gesetzlichen Mindestlohn beschäftigt werden. Viele Betriebe nutzen dieses System aus, holen sich für ein halbes Jahr billige Arbeitskräfte und schicken diese dann nach der „Probezeit“ wieder zurück zum Jobcenter. Dort warten schon die nächsten auf die vermeintliche Chance der Integration in den Arbeitsmarkt.

 

Betrachtet man die Durchschnittseinkommen der Hartz-IV-Aufstocker der vergangenen Jahre, so kann man zwar feststellen, dass diese seit 2010 leicht steigen, dennoch steigt auch die Zahl der Aufstocker. Leider wird sich daran in naher Zukunft nichts ändern. Im Sommer dieses Jahres werden rund 350.000 Menschen aus anderen Ländern in das Hartz-IV-System drängen. Dass es dann „Sonderprogramme“ mit noch weniger Lohn für Integrationsmaßnahmen für Flüchtlinge geben wird, versteht sich von selbst. Die Betriebe, die schon jetzt mit subventionierten Leiharbeitssklaven große Umsätze machen, werden dann wohl die noch „billigeren“ Kräfte einstellen um ihre Margen zu erhöhen. 

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