Krankheitsbedingtes Untergewicht: Sozialgericht rügt Jobcenter

Krankheitsbedingtes Untergewicht: Sozialgericht rügt Jobcenter

Wie das Hartz-IV-Portal hartziv.org berichtet, hat das Sozialgericht in Aurich ein gnadenloses Jobcenter in Emden gestoppt. Dort wurde einem jungen Mann, der krankheitsbedingt an Untergewicht leidet, kein Mehrbedarf für spezielle Nahrungsmittel genehmigt. Der 25-jährige Ostfriese brachte mit seinen 1,78 Meter Körpergröße gerade einmal 50 Kilogramm auf die Waage.

Obwohl dem Mann von Fachärzten eine chronische Krankheit bescheinigt wurde, berief sich das Jobcenter auf eine amtsärztliche Stellungnahme. Der Amtsarzt aber hatte den 25-jährigen weder untersucht, noch die vorhandenen Berichte der Fachärzte beachtet.

Erst eine Klage vor dem Sozialgericht Aurich brachte das Jobcenter zur Räson (Az: S 55 AS 100/14). Die amtsärztliche Stellungnahme, mit der das Jobcenter die beantragte Leistung ablehnte, war für die Richter bedeutungslos. Schon die Berichte der Fachärzte hätten eine chronische Erkrankung belegt, so das Gericht. Wenn Kranke auf teuere Ernährung angewiesen sind, so haben sie auch einen Anspruch auf Mehrbedarf (SGB XII, § 30, Abs. 5).

Dass man einem chronisch kranken Menschen, dem Fachärzte sein Leiden attestieren, einen Mehrbedarf versagt, der auf einer gesetzlichen Grundlage basiert, wirft ein deutliches Bild auf das betroffene Jobcenter. Deshalb appellieren wir immer wieder, sich nicht auf derartige Konversation einzulassen. Nehmen Sie Ihr Recht in Anspruch und suchen Sie sich professionelle Hilfe. 

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