Bild: Fotolia.com

Der niedrige Regelsatz – Hartz IV reicht für Stromrechnung nicht aus

Der niedrige Regelsatz – Hartz IV reicht für Stromrechnung nicht aus

Dass der um 5 Euro erhöhte Regelsatz von Hartz IV keine echte Erhöhung darstellt, ist nichts neues, auch wir haben darüber mehrfach berichtet. Dass der Regelsatz nicht ausreicht, um die Stromkosten zu decken, ist ebenfalls nichts Neues. Im Durchschnitt sind es 116 Euro, die Hartz-IV-Empfänger jährlich aus eigener Tasche für Stromkosten bezahlen müssen. Besonders stark betroffen sind davon Hartz-IV-Haushalte in Ostdeutschland.

Eine alleinstehende Person, so berichtet es focus.de zahlt in Deutschland monatlich rund 43 Euro für Strom in der Grundversorgung. Der KdU-Regelsatz, also für Wohnen, Energie und Strom liegt dagegen aber nur bei 33 Euro. Da Hartz-IV-Empfänger normalerweise nicht in der Lage sind, aus ihren Bezügen Rücklagen zu bilden, müssen diese zehn Euro an anderer Stelle gespart werden; etwa bei Nahrungsmitteln oder Kleidung.

Im vergangenen Jahr gab es mehr als 350.000 Stromsperrungen, berichtet die Bundesnetzagentur. Über sechs Millionen Sperrungen wurden angedroht. In den vergangenen zehn Jahren stiegen die Strompreise um 64 Prozent! Schon im September 2014 hatte das Bundesverfassungsgericht der Regierung aufgegeben, steigende Strompreise kurzfristig aufzufangen. Anders ausgedrückt: Die steigenden Strompreise müssen auch Berücksichtigung beim Hartz-IV-Regelsatz finden. 

© by Deutscher Schutzverband gegen Diskriminierung e.V. (DSD e.V.)