Von Spülmitteln, Autos und der Arbeitslosigkeit

Von Spülmitteln, Autos und der Arbeitslosigkeit
Natürlich weiß jeder, dass nicht alles, was die Werbung verspricht, auch tatsächlich so ist. Wenn 450 ml Spülmittel 12.000 fettverschmierte Teller sauber bekommt, oder ein deutscher PKW eine Skisprungschanze hochfährt, macht sich kaum jemand Gedanken über den Wahrheitsgehalt solcher Aussagen. Anders sieht es aus, wenn in einer Zeit in der es über 6 Millionen Hartz-IV-Empfänger gibt, die Bundesagentur für Arbeit (BA) in ihrem aktuellen Werbespot mit Zahlen spielt. Hören Sie mal hin: Er und Sie hat sie…die Unterstützung, mit der jeden Tag über 8.300 Menschen einen Job finden. Wenn dem so ist, dann haben wir ja schon bald keine Arbeitslosen mehr. Lassen Sie uns doch einfach mal rechnen. Jeden Tag 8.300 Menschen in Arbeit zu bringen, macht im Monat (die Wochenenden ausgenommen): 166.000 Menschen. Derzeit spricht die BA von 2,681 Millionen Arbeitslosen. In gut 16 Monaten, also im Mai 2017, ist es dann geschafft und Deutschland hat keine Arbeitslosen mehr. Und selbst wenn man die 6 Millionen Hartz-IV-Empfänger in Lohn und Brot bringen will, dauert es „nur“ 3 Jahre. Sind das nicht mal tolle Aussichten? Worauf warten Sie denn noch? In Deutschland gibt es 156 Agenturen für Arbeit mit ca. 600 Dependancen (Niederlassungen) und 303 Jobcenter. 8.300 geteilt durch 1.059 = 7,8. Jeden Werktag gibt es bei Ihrem zuständigen Amt oder Jobcenter 7 Stellen. Fragen Sie einmal nach. Da muss doch was dabei sein. Okay, diese Rechnung mag insgesamt unfair sein; aber die Zahlenspiele der BA sind das auch. Beenden wir diese ironisch-mathematische Betrachtung mit einem Zitat von Mark Twain: „Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Worte weglassen.“
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