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Altersarmut trotz steigender Renten

Altersarmut trotz steigender Renten

Im Sommer des kommenden Jahres wird es für Deutschlands Rentner eine Erhöhung geben, wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Rede ist von vier bis fünf Prozent. Rosige Zeiten für den Ruhestand? Nein, denn die Zahl derer, die im Alter auf Sozialleistungen angewiesen sein werden, wird langfristig steigen. Gerade für viele Frauen besteht eine akute Gefahr in die Altersarmut abzurutschen. Im Westen Deutschlands erhalten Frauen im Durchschnitt 566 Euro Rente, im Osten sind es durchschnittlich 824 Euro. Fast 7 Millionen Frauen bekommen aber jetzt schon weniger als 800 Euro Altersrente. Verdi-Chef Frank Bsirske warnte erst gestern davor, dass für viele alte Mensch Armut drohe. Mit ihren Renten werden viele nicht mehr leben können; davon seien gerade die betroffen, die keine anderen Einkünfte haben oder mietfrei im eigenen Haus wohnen können. Laut einer Statistik, so die Süddeutsche Zeitung, liegt z. B. in Sachsen der Regelbedarf der Hartz-IV-Empfänger bei durchschnittlich 681 Euro. Von diesem Betrag werde die eigene Rente abgezogen, der Rest stellt dann den Anspruch auf Grundsicherung dar.

 

Momentan ist die Zahl derer, die zur gesetzlichen Rente Grundsicherung erhalten relativ klein; es betrifft drei Prozent der Rentner, fast 512.000 Menschen. Allerdings sind die Zuwachsraten bei der Altersarmut enorm: Seit 2005 liegen diese beinahe bei 50 Prozent. Schon im Jahr 2021 werde im Osten Deutschlands jeder zehnte Rentner auf Grundsicherung angewiesen sein.

 

Was in den meisten Statistiken noch keine echte Beachtung findet ist, dass in den kommenden Jahrzehnten ein Teil der 6 Millionen Hartz-IV-Bezieher in Rente geht, oder gehen muss. Daher befürchten viele Verbände einen gewaltigen Anstieg der Altersarmut in rund zwanzig Jahren. 

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