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Von wegen Aufschwung: Immer mehr Ältere bekommen Hartz IV

Von wegen Aufschwung: Immer mehr Ältere bekommen Hartz IV

Immer wieder kritisierten wir  die „Verkündigung“ der angeblich sinkenden Arbeitslosenzahlen. Aber die Zahl der über 55-jährigen, die Hartz-IV beziehen müssen, steigt Jahr für Jahr. Waren es 2010 noch 257.000 Menschen, so waren es vier Jahre später schon 318.000. Wegen einer Sonderregelung in der Arbeitslosenstatistik ist heute etwa "nur" jeder sechste Arbeitssuchende über 55 Jahr alt. Ohne diese, die Statistik verschönernde Sonderregelung, wäre es jeder vierte. 


Hartz-IV-Bezieher, die über 58 Jahre alt sind und seit einem Jahr keine Arbeit mehr hatten, überhaupt nicht berücksichtigt. Da diese Gruppe von den Jobcentern wegen der sogenannten Vermittlungshemmnisse stiefmütterlich behandelt wird, sollten Betroffene wirklich um jeden Cent kämpfen und sämtliche Bescheide auf ihre Richtigkeit prüfen lassen. Schließlich geht es um die nackte Existenz und auf direktem Wege in die Altersarmut.

Für die Statistik zählt die Gruppe der 58-jährigen mit einjähriger Beschäftigungslosigkeit nicht zu den Arbeitslosen. Das angebliche Umdenken bei Arbeitgebern, auch älteren Arbeitslosen eine Chance zu bieten, fand nicht statt.

Diese Entwicklung wird die Zahl derer, die im Rentenalter Hartz IV beziehen müssen, noch einmal in die Höhe steigen lassen. Die Rentenansprüche vieler Menschen werden in Zukunft nicht über dem Hartz-IV-Niveau liegen. Der fragwürdige Trend der Jobcenter, Arbeitslose mit 63 Jahren in die Zwangsrente zu schicken, ist eine Milchmädchenrechnung. Denn durch die geringen Rentenansprüche, werden diese Menschen auch weiterhin auf Sozialleistungen angewiesen sein. Verschiedene Verbände und politische Fraktionen fordern deshalb, die Zwangsverrentung aufzuheben und auch die 58-jährigen Hartz-IV-Empfänger wieder in die Arbeitslosenstatistik aufzunehmen. Alles andere ist Schönrederei. 

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