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So schützen Sie das Erbe vor dem Jobcenter

So schützen Sie das Erbe vor dem Jobcenter

Wer Leistungen nach dem ALG II bezieht und Erbe wird, hat grundsätzlich schlechte Karten. Denn das Erbe wird als Einkommen angerechnet und muss deshalb verbraucht werden. Allerdings gibt es einen legalen Trick, wie der Erblasser verhindern kann, dass der bedürftige Erbe seinen Teil  abgeben muss. Experten sprechen hier von einem Bedürftigentestament.

In diesem Bedürftigentestament verfügt der Erblasser besondere Vorgaben, so dass ein Bedürftiger erben kann, ohne dadurch Sozialleistungen zu verlieren. Dazu muss er einen Erbteil hinterlassen, der höher als der Pflichtteil ist, den Bedürftigen als Vorerben einsetzen und eine so genannte „nicht befreite Vorerbschaft“ für ihn verfügen. Das bedeutet: Der Erbe kann zunächst nicht über das ganze Erbe verfügen, sondern nur die Vermögenserträge nutzen. Diese Vorgaben können in ihrer Gültigkeit beschränkt werden, so dass sie nur solange gelten, bis der Erbe nicht mehr bedürftig ist.

Hat der Hartz-IV-Empfänger also wieder einen Arbeitsplatz und muss keine Sozialleistungen beziehen, löst sich das Bedürftigentestament förmlich auf und die normalen Erbbedingungen greifen. Die Formulierung eines solchen Testaments sollte man aber einem Rechtsanwalt überlassen, der sich auf das Erbrecht spezialisiert hat.

Viele Jobcenter wollen in solchen Fällen den Hartz-IV-Empfänger dazu zwingen, das Erbe des Bedürftigentestaments auszuschlagen. Dann würde der Pflichtteil fällig, der allerdings mit der Regelleistung verrechnet wird. Deshalb sollte man zusammen mit dem Erblasser und einem Anwalt schon zu Lebzeiten über die Einsetzung zum nicht befreiten Vorerben reden. Fragen Sie uns, wir helfen kostenfrei bei der Vermittlung eines entsprechenden Vertrauensanwalts. 

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