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Leiharbeit: Kaum Chancen auf reguläre Beschäftigung

Leiharbeit: Kaum Chancen auf reguläre Beschäftigung
Hartz-IV-Empfänger werden immer wieder gern als „Kanonenfutter“ in Leiharbeitsfirmen vermittelt. Das könnte, so der Tenor der Jobcenter, einen Chance auf eine reguläre Beschäftigung bedeuten. Doch die Wahrheit sieht leider ganz anders aus. Die Verleihfirmen nehmen sehr gerne Leiharbeiter aus Hartz IV. Schließlich bekommen diese keinen Mindestlohn und nach sechs Monaten, wenn sie einen Anspruch darauf hätten, kann man diese wieder zum Amt schicken und sich das nächste „Arbeitstier“ holen. Klingt hart, ist aber so. Und die Jobcenter freuen sich auch: Jeder Hartz-IV-Empfänger, der in einen Leiharbeitsfirma vermittelt wird, fällt aus der Arbeitslosenstatistik heraus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Langzeitarbeitsloser über einen Leiharbeitsplatz eine reguläre Beschäftigung in dem Betrieb bekommt, an den er ausgeliehen wurde, ist gleich Null. Rund 40 Prozent der Leiharbeiter müssen nach der Leiharbeit sofort wieder Hartz IV beantragen, da ihre Beschäftigungsdauer für einen Arbeitslosengeld I – Anspruch zu kurz war. Warum haben wir ja eben beschrieben. In manchen Gegenden werden immer mehr reguläre Arbeitsplätze abgebaut und durch Leiharbeiter ersetzt. Da Hartz-IV-Empfänger Leiharbeit nicht ablehnen dürfen, profitieren fast alle von diesem System. Das Amt kann seine Zahlen schönen, die Wirtschaft hat billige Arbeitskräfte…nur der Hartz-IV-Empfänger hat nichts davon. Wieder ein Grund mehr, dem Jobcenter genau auf die Finger zu schauen, jeden Bescheid und jede Sanktion prüfen zu lassen. Wer glaubt, das Jobcenter bemühe sich um das persönliche Schicksal, der glaubt wahrscheinlich auch, dass die Erde eine Scheibe ist.
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